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Der Fall Rebecca : Mario B. - der eiskalte Entführer

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Der mutmaßliche Vergewaltiger der 17 Jahre alten Rebecca aus Rostock hat sich nach Angaben der Behörden vor der Tat unauffällig gezeigt. Es habe vorab keine Hinweise auf eine Gewalttat gegeben.

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erstellt am 18.Okt.2012 | 10:03 Uhr

Rostock | Der mutmaßliche Vergewaltiger der 17 Jahre alten Rebecca aus Rostock hat sich nach Angaben der Behörden vor der Tat unauffällig gezeigt. Es habe vorab keine Hinweise auf eine Gewalttat gegeben, teilte das Justizministerium gestern mit. Wie das für die Betreuung zuständige Landesamt berichtete, habe sich Mario B. sogar während der Zeit, in der Rebecca in seiner Wohnung war, zweimal bei einem sozial tätigen Verein gemeldet. Diese ehrenamtliche Initiative kümmert sich ebenfalls um die Betreuung von Straffälligen.

Es sei B. bei seinen Besuchen nichts anzumerken gewesen. Er war am Dienstag festgenommen worden. Er hat nach Angaben der Staatsanwaltschaft gestanden, die 17-Jährige geschlagen und fast vier Tage lang festgehalten zu haben. Zum Vorwurf der Vergewaltigung habe er sich bislang nicht geäußert. Seit Mittwoch sitzt er in Untersuchungshaft. Die letzte Verurteilung zu zwei Jahren und neun Monaten Haft war wegen Raubes und räuberischer Erpressung erfolgt.

Diese Haftstrafe hatte er bis August 2011 vollständig abgesessen. Er saß bislang gut zehn Jahre hinter Gittern. Nach Experteneinschätzung wird im Falle seiner Verurteilung bei der kommenden Gerichtsverhandlung die Unterbringung in Sicherungsverwahrung in Erwägung gezogen werden.

"Nachdem der Tatverdächtige Mario B. seine letzte Strafe voll verbüßt hatte, ist die Führungsaufsicht durch einen Bewährungshelfer eingetreten", sagte ein Ministeriumssprecher. Führungsaufsicht wird bei solchen zur Entlassung anstehenden Gefangenen angeordnet, bei denen die Gefahr besteht, dass sie wieder straffällig werden.

Mit seinem Bewährungshelfer habe er sich regelmäßig zunächst alle zwei Wochen, später im monatlichen Abstand getroffen, zuletzt erst vergangene Woche. "Der Tatverdächtige hat nach 1999 keine Hinweise auf neue mögliche Sexualdelikte erkennen lassen." Damals war er als 14-Jähriger zu zwei Jahren Jugendhaft wegen Vergewaltigung verurteilt worden.

Der Bewährungshelfer von B. betreut nach Angaben des zuständigen Landesamts etwa 35 Menschen unter Führungsaufsicht sowie weitere unter Bewährung stehende Straffällige. Ein Pensum, das nach Worten von Amtsleiter Dirk Manzewski durchaus zu schaffen ist. Es gebe keine Anhaltspunkte dafür, dass die Betreuung von B. nicht ausreichend gewesen wäre.

In Mecklenburg-Vorpommern leben derzeit 770 ehemalige Strafgefangene unter Führungsaufsicht, 170 davon sind sogenannte FoKuS-Probanden. Bei ihnen handelt es sich um die gefährlichsten Täter wie Sexualstraftäter, Mörder oder Totschläger.

Nach Angaben einer Polizeisprecherin von gestern war bei der Fahndung nach Rebecca zunächst die Liste dieser FoKuS-Probanden abgearbeitet worden - Mario B. gehörte nicht dazu.

Die Sprecherin betonte jedoch, dass Mario B. in der Gruppe von möglichen Tätern gewesen wäre, die als nächstes überprüft worden wären. Nach der Präsentation von B. als möglichen Täter am Mittwoch war häufig die Frage gestellt worden, wie es kommen konnte, dass Polizisten das Gelände in unmittelbarer Nähe der Wohnung von B. durchkämmten, ohne auf Rebecca aufmerksam zu werden.

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