Marine punktet mit Piraten-Show

Auf Kurs: Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) übernimmt das Steuer der Fregatte Brandenburg von Oberleutnant Sebastian Bohn (links). dpa
Auf Kurs: Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) übernimmt das Steuer der Fregatte Brandenburg von Oberleutnant Sebastian Bohn (links). dpa

von
19. Mai 2011, 07:38 Uhr

Warnemünde | Piraten greifen mit Speed-Booten ein Handelsschiff an, ein Schnellboot der Marine kommt zu Hilfe, vertrieben werden die Freibeuter schließlich von einem Marine-Hubschrauber: Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) war beeindruckt von dem Manöver nach Vorbild der Anti-Piraten-Operation "Atalanta" auf der Ostsee vor Rostock. Die Stabsführung und der Marine-Inspekteur, Vizeadmiral Axel Schimpf, ließen wenig aus, um den Minister bei seinem Antrittsbesuch von der Schlagkraft der See-Streitkräfte zu überzeugen: Minensprengung, Versorgungsmanöver auf See, Entern von Schiffen, zudem umkreisten Aufklärungsflugzeuge und Tornados die Fregatte.

Das Flottenkommando der Marine in Rostock – diese Variante wird wahrscheinlicher. Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) hat bestätigt, dass es Überlegungen gebe, das Kommando von Glücksburg in die Hansestadt zu verlegen.
„All diese Entscheidungen werden jedoch erst im Herbst fallen“, sagte der Minister. Aber: „Die Bedeutung der Marine wird eher zu- denn abnehmen.“

"Die Marine ist mehr als eine Anzahl von Schiffen", fasste der Minister denn auch seine ersten Eindrücke zusammen. Um dann den Soldaten den Rücken zu stärken, die sich wegen der geplanten Verkleinerung der Bundeswehr sorgen. "Die Bedeutung der Marine wird eher zu- denn abnehmen", beruhigte er. Und dies nicht nur wegen der Anti-Pirateneinsätze. "Die Teilstreitkräfte können nur im Verbund erfolgreich sein, auch eine militärische Operation an Land ist ohne die Marine undenkbar."

Sorgen bereitet den Soldaten weniger die geplante Reduzierung der Mannschaftsstärke als die Abschaffung der Wehrpflicht. "Wir befürchten, dass nicht mehr genügend Nachwuchs nachkommt", sagte ein Hauptgefreiter. "Schließlich läuft so ein Schiff ja nur mit einer gewissen Mannschaftsstärke, die Wachen müssen alle besetzt sein." Die Mannschaftsdienstgrade dienen meist vier und die Offiziere acht Jahre.

Auch Stefan Klatt, Erster Offizier des Einsatzgruppenversorgers "Bonn" und Mitglied im Planungsstab für den Ministerbesuch, outete sich als Fan der Wehrpflicht. "Wir konnten früher viele Wehrpflichtige überzeugen, dass sie sich länger verpflichten, wenn sie erst mal auf einem Marineschiff waren und merkten, dass es hier Spaß macht", sagte Klatt. "Nun müssen wir neue Möglichkeiten zur Anwerbung finden."

Im Gespräch mit den Soldaten konnte der Minister nur wenig Konkretes über die Zukunft von Standorten sagen. "Aber wir wissen, dass Sie bald Planungssicherheit brauchen." Bis zum Herbst solle dies geklärt werden, versprach er.

Bezüglich der Anwerbung von Freiwilligen zeigte sich der Minister optimistisch: "Hier hast du gute Verdienstmöglichkeiten, hier lernst du deine körperlichen Grenzen kennen und du erlebst echte Verantwortung und Kameradschaft." Außerdem sieht de Maizière das Soldatentum als eine Frage der Ehre - und der Perspektive: "Dein Land ist stolz auf Dich, Deine Eltern sind stolz auf Dich und die Arbeitgeber stellen Dich bevorzugt ein."

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen