Millionen-Baustelle verändert ihr Gesicht : Marienplatz bekommt China-Pflaster

Die Vorbereitungen für die Pflasterarbeiten haben gestern begonnen: Los geht es mit den beiden zurzeit nicht benutzen Straßenbahngleisen. Foto: Reinhard Klawitter
Die Vorbereitungen für die Pflasterarbeiten haben gestern begonnen: Los geht es mit den beiden zurzeit nicht benutzen Straßenbahngleisen. Foto: Reinhard Klawitter

Die komplizierteste Baustelle der Stadt kommt voran. Auf dem Marienplatz begannen gestern die Pflasterarbeiten - punktgenau zum vorgesehenen Termin. Erstmal in zwei, später in drei Kolonnen rücken die Pflasterer an.

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12. Juni 2012, 09:59 Uhr

Altstadt | Die komplizierteste Baustelle der Stadt kommt planmäßig voran. Auf dem Marienplatz begannen gestern die Pflasterarbeiten - punktgenau zum vorgesehenen Termin. Erstmal in zwei, später in drei Kolonnen rücken die Pflasterer an. Ihr Werk beginnen sie im so genannten Gleisdreieck auf der Mitte des Platzes, dann werden die Schienenbereiche dekorativ verfestigt. Denn: "Mit unseren Gleisarbeiten sind wir schon vor der Zeit fertig geworden", sagt Norbert Klatt, Geschäftsführer des Schweriner Nahverkehrs. "Damit wir zu Beginn des neuen Schuljahres am 6. August auch wieder zwei- beziehungsweise dreigleisig über den Platz fahren können, muss jetzt hier gepflastert werden."

Das dunkel geflammte Natursteinpflaster hat eine lange Anreise hinter sich. Es kommt aus China. "Die Baufirma hat Großhändler in Deutschland angefragt", so der Amtsleiter des Verkehrsmanagements, Bernd-Rolf Smerdka. "Das günstigste Angebot waren die Steine aus Fernost." Angst, dass die Lieferung nicht rechtzeitig ankommen wird, gab es aber nicht. "Wir konnten per GPS-Signal im Internet minutengenau verfolgen, wo sich das Schiff und damit die Container gerade befanden." Rund zehn Wochen habe die Frist zwischen Bestellung und Ankunft im Hamburger Hafen betragen, sagt Ludger Bussmann, Logistiker der Großbaustelle Marienplatz. Jetzt liegen die Paletten mit dem Granitpflaster im abgesperrten Baustellenbereich vor der Sparkasse. Dort wird die Oberfläche aber erst später hergestellt, die Steine sehen auch anders aus als im Gleisbereich.

"Zuerst werden die beiden westlichen Gleise gepflastert, Mitte Juli schwenkt der Nahverkehr mit seinen Bahnen dann auf diese um und das östliche Gleis kommt dran", erklärt Bussmann. Erst danach sind die Fußgängerbereiche dran - weil das neue Gleisbett näher zur Platzmitte verschoben wurde, werden sie vor allem an der linken Seite breiter. Die Pflasterung der Gehwege beginnt vor den Schweriner Höfen, dann ist die rechte Platzseite dran, von Norden nach Süden, beginnend bei der Marienplatz-Galerie. Die Gesamtarbeiten enden mit der Pflasterung vor dem Schlosspark-Center bis hinauf zur Lübecker Straße. "Je nach Bedarf und Bauabschnitt arbeiten wir manchmal auch nachts oder an den Wochenenden", sagt Bussmann. Aktuell fange das Baustellengeschehen meist morgens gegen 6 Uhr und ende am späten Abend , so um 22 Uhr. "Dreh- und Angelpunkt all unserer Entscheidungen bleibt der Fertigstellungstermin am 30. November." Der soll auf jeden Fall gehalten werden. Viel länger würden vor allem die Einzelhändler die Baustelle wohl kaum ertragen. "Natürlich hält so ein riesiges Bauvorhaben den ein oder anderen Kunden oder auch Kaufinteressenten ab", so Bussmann. Das sei aber völlig normal. Die meisten Anlieger hätten sich auf den verringerten Kundenstrom indes gut eingestellt, ihr Personal zum Teil entsprechend in den Urlaub geschickt oder Arbeitszeiten verkürzt. Obwohl es immer wieder kleinere Verzögerungen gäbe, würden die Ecktermine aber nicht gefährdet. "Die Baubetriebe haben erklärt, dass der Ablaufplan in allen Positionen eingehalten wird", heißt es im Bericht, den Baukoordinator Reinhard Henning dem Hauptausschuss vorgelegt hat. Grund für Beanstandungen sind jedoch mangelhafte Zulieferungen. So konnten beispielsweise die Naturbordsteine nicht abgenommen werden. Der Lieferant habe aber eine Nachlieferung veranlasst.

Probleme tauchen im Verlauf auch mit den Anliegern auf. So war das Management der Schweriner Höfe "mit der gegenwärtigen Situation der Zugänglichkeit im Bereich der Lübecker Straße und der Wismarschen Straße sehr unzufrieden", heißt es im Bericht. Seit gestern ist die Situation entschärft. Ein Fußgängerüberweg kurz hinter der Deutschen Bank wurde geschaffen, allerdings ist er nicht barrierefrei. "Das war an dieser Stelle nicht zu machen", sagt Ludger Bussmann.

Ende des Monats wird es dann endlich drei, statt wie in den vergangenen Wochen nur einen Fußgängerweg über den Marienplatz geben: von der Schlosstraße sowie von der Helenenstraße jeweils in Richtung Center und zwischen Galerie und Höfen.

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