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Mecklenburg-Vorpommern

14. Dezember 2017 | 01:49 Uhr

Schweriner Firma : Maplan beantragt Insolvenz

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

230 Jobs bei Schweriner Maschinenbauer betroffen

Der Schweriner Maschinenbauer Maplan GmbH hat Insolvenz beim Amtsgericht Schwerin beantragt. Der Geschäftsbetrieb werde uneingeschränkt fortgeführt, teilte ein Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters Reinhold Schmid-Sperber gestern mit. Die Gehälter der rund 230 Beschäftigten seien bis zum 30. September durch das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit gesichert. Geprüft werden soll, ob das Unternehmen saniert oder an einen Investor verkauft wird.

Maplan ist Schmid-Sperber zufolge in der Branche hoch angesehen. Die Firma besitze eine motivierte Belegschaft, einen weltweiten Kundenstamm sowie modernste Fertigungsanlagen, sagte er. Er habe bereits erste Anfragen potenzieller Investoren erhalten. Maplan-Geschäftsführer Rainer Pommerenke sagte der Mitteilung zufolge: „Die Einleitung des Insolvenzverfahrens ist ein strategischer Schritt im Rahmen des Restrukturierungsprozesses, den Maplan vor einigen Monaten eingeleitet hat.“ Dabei gehe es unter anderem um eine bessere Platzierung der Kernkompetenzen am Markt. Die Auftragsbücher seien gut gefüllt, womit auch die Beschäftigung der Mitarbeiter gewährleistet sei.

Der Insolvenzantrag wurde dem Sprecher zufolge bereits am Freitag gestellt. Gestern wurde die Belegschaft informiert. Der Betriebsratschef Peter Moltzahn geht NDR 1 Radio MV zufolge davon aus, dass es Personaleinschnitte geben wird. Maplan wurde laut Schmid-Sperbers Sprecher vor rund 40 Jahren in der DDR gegründet und fertigt Maschinenbauteile, die insbesondere im Schiffsbau und in der kunststoffverarbeitenden Industrie zum Einsatz kommen, aber auch im Kraftwerksbau und in der Luftfahrt. Das international tätige Unternehmen habe einen Jahresumsatz von etwa 18 Millionen Euro.

Das Land Mecklenburg-Vorpommern hat Maplan von 1993 bis 2008 mit rund 12,3 Millionen Euro Zuschüssen unterstützt, wie ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums sagte. Damit seien über einen Zeitraum von mehr als 20 Jahren Gesamtinvestitionen von 74,5 Millionen Euro ausgelöst werden, unter anderem in neue Maschinen und Einrichtungen. Die Zweckbindungsfrist für die Fördermittel sei abgelaufen.

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