Spendenaktion : Manuela Schwesig: „Kinderrechte gehören ins Grundgesetz“

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Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) ist Schirmherrin unserer Spendenaktion / Im Interview spricht sie über Kinderschutz und die Kassenlage der Kommunen

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25. November 2014, 12:00 Uhr

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) begleitet unsere Weihnachtsspendenaktion als Schirmherrin. Über die Bedeutung des Kinderschutzbundes sprach sie mit Angela Hoffmann.

Frau Ministerin, warum ist die Arbeit des Kinderschutzbundes aus Ihrer Sicht so wichtig?
Schwesig: Wir haben in den letzten Jahren beim Thema Kinderrechte viel bewegt. Heute müssen wir zum Glück nicht mehr darüber streiten, welche Rechte Kinder haben. Wir müssen uns aber umso mehr darum kümmern, dass wir diese Rechte auch für alle Kinder und Jugendliche umsetzen. Auch in Deutschland leiden Kinder unter Armut und nicht alle haben die gleichen Bildungschancen. Und vor allem beim Kinderschutz gibt es für uns noch viel zu tun. Viele Kinder leiden unter Misshandlungen. Deshalb ist der Deutsche Kinderschutzbund für mich ein wichtiger Partner. Seit vielen Generationen ist er Fürsprecher der Kinder und steht für unser gemeinsames Ziel: die Verwirklichung einer kinderfreundlichen Gesellschaft.

Was muss die Politik unternehmen, um Kindern, die unter Gewalt leiden, besser helfen zu können?
Wir müssen die Rechte von Kindern stärken. Jedes Kind hat das Recht, ohne Gewalt aufzuwachsen. Daher trete ich schon lange dafür ein, dass Kinder durch die ausdrückliche Aufnahme ihrer Rechte in die Verfassung gestärkt werden. Wir müssen klar formulieren, dass das Elternrecht dort endet, wo es nicht zum Wohle des Kindes ausgeübt wird. Eine Ergänzung im Grundgesetz würde den Schutz von Kindern vor wiederholten Misshandlungen stärken. Ich wünsche mir, dass wir über alle Parteigrenzen hinweg eine breite Mehrheit für die Umsetzung erreichen. Wichtig ist aber auch, dass Kinder ihre Rechte kennen und dass sie sich trauen zu sagen, wenn etwas nicht stimmt.

Experten fordern, mehr in Prävention zu investieren. Brauchen die Kommunen mehr finanzielle Unterstützung bei ihrer Aufgabe, die Familienbildung zu stärken?
Wir brauchen eine sichere Finanzierung. Kinderschutz darf nicht von der Kassenlage der Kommunen abhängen. Kinder haben ein Recht darauf, gut und sicher aufzuwachsen. Dazu gehört auch, dass Familien, die sich in schwierigen Lebenslagen befinden und sich im Alltag überfordert fühlen, mit Angeboten vor Ort einfach Hilfe finden, wie zum Beispiel durch Familienhebammen. Hier setzen wir auf die Bundesinitiative Frühe Hilfen, die von uns bis 2015 mit 177 Millionen Euro zusätzlich gefördert und ab 2016 dauerhaft mit einem Fonds gesichert wird. Ich finde außerdem eine bessere Verzahnung von Gesundheitswesen und Kinder- und Jugendhilfe wichtig. Deshalb ist es mir ein wichtiges Anliegen, dass mit dem neuen Präventionsgesetz die Vorsorgeuntersuchungen gestärkt werden.
 

Ein Dach für Kinder

Eine Aktion  unserer Zeitung und des Kinderschutzbundes  

Spendenkonto:  DKSB Landesverband MV e.V.
Kontonummer:  1713812769
BLZ: 140 520 00
Sparkasse Mecklenburg-Schwerin
IBAN: DE96 1405 2000 1713 8127 69
BIC: NOLADE21LWL
Stichwort: Ein Dach für Kinder

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