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Landtag Schwerin : Manuela Schwesig ist MVs neue Ministerpräsidentin

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Die SPD-Politikerin ist die erste Frau an der Spitze einer Landesregierung im Nordosten.

svz.de von
erstellt am 04.Jul.2017 | 11:42 Uhr

Mecklenburg-Vorpommern hat erstmals eine Regierungschefin. Der Landtag in Schwerin wählte am Dienstag die frühere Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) zur neuen Ministerpräsidentin.

Sie erhielt 40 von 70 abgegebenen Stimmen und steht damit nun an der Spitze der SPD/CDU-Koalition, die im Parlament über 42 von 71 Sitzen verfügt. Da ein Mitglied der beiden Regierungsfraktionen wegen Krankheit fehlte, versagte mindestens ein Abgeordneter der Koalition Schwesig die Unterstützung.

Schwesig war von 2008 bis 2013 Sozialministerin in Mecklenburg-Vorpommern, ehe sie dann Bundesministerin wurde. Ihr Wechsel von Berlin in die Schweriner Staatskanzlei kommt zwar nicht überraschend, aber früher als erwartet. Ursprünglich wollte die 43-Jährige im September für den Bundestag kandidieren und als SPD-Spitzenkandidatin in Mecklenburg-Vorpommern ihrer Partei zu einem besseren Ergebnis verhelfen als bei den vorherigen Wahlen im Bund.

Die 43-Jährige tritt die Nachfolge von Erwin Sellering (SPD) an, der nach dem Sieg bei der Landtagswahl erst im November 2016 für eine dritte Amtszeit gewählt worden war. Wegen einer schweren Krebserkrankung, die im Mai diagnostiziert wurde und eine sofortige Behandlung erforderte, schied er aber vorzeitig aus dem Amt und gab auch den SPD-Landesvorsitz ab. Beide Ämter übt nun – auf Vorschlag Sellerings – Schwesig aus. Der 67-Jährige behält sein Landtagsmandat. Er nahm am Dienstag an der Abstimmung teil.

Manuela Schwesig (SPD) legt ihren Amtseid als neue Ministerpräsidentin ab.

Manuela Schwesig (SPD) legt ihren Amtseid als neue Ministerpräsidentin ab.

Foto: dpa
 

Schwesig kündigte bereits an, Sellerings politischen Kurs halten zu wollen. Wirtschaftsförderung zur Schaffung gut bezahlter Jobs, weitere Unterstützung von Familien, die Sicherung des sozialen Zusammenhalts und solide Finanzen blieben die Schwerpunkte der SPD/CDU-Regierung. „Ich werde mit aller Erfahrung, Kraft und Leidenschaft das neue Amt zum Wohle unseres schönen Landes ausüben“, versichert Schwesig nach Ablegen des Amtseides.

Kontinuität wird es auch beim Personal geben. Schwesig wird mit der Regierungsmannschaft Sellerings weiterarbeiten. Die acht Ressortchefs, fünf von der SPD, drei von der CDU, sollten ebenfalls am Dienstag im Parlament vereidigt werden.

Vor Schwesig hatten mit Alfred Gomolka und Berndt Seite (beide CDU) sowie Harald Ringstorff und Erwin Sellering (beide SPD) in Mecklenburg-Vorpommern stets Männer das Amt des Regierungschefs ausgeübt.

Kurz-Porträt Manuela Schwesig - Politische Karriere im Eiltempo

Mit Manuela Schwesig tritt erstmals eine Frau an die Spitze Mecklenburg-Vorpommerns. Zielsicher, resolut und pflichtbewusst durchschritt sie im Eiltempo alle Ebenen der Politik.

Sie war Stadtvertreterin in Schwerin, Landessozialministerin, Bundesfamilienministerin. Nun ist sie im Alter von 43 Jahren Ministerpräsidentin des 1,6 Millionen Einwohner zählenden Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern.

Der Wechsel aus Berlin zurück an die Küste war absehbar, kam aber früher als erwartet. Grund ist die Krebserkrankung des vorherigen Regierungschefs Erwin Sellering.

Früh schon erkannte Sellering das große politische Talent der Diplom-Finanzwirtin. 2008 holte er die damals 34-Jährige in sein Kabinett. Als Landesministerin sorgte sie unter anderem dafür, dass mehr Geld für die Kinderbetreuung in Kitas fließt. 2013 wechselte Schwesig dann aber bereits als Bundesministerin nach Berlin.

An der Spitze des Ressorts für Familie, Senioren, Frauen und Jugend machte sie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu einem ihrer Hauptanliegen. In ihre Zeit als Bundesministerin fallen auch die Einführung der Frauenquote für Führungspositionen in börsennotierten Unternehmen und das Gesetz zur Lohngerechtigkeit.

Auch in der Partei machte Schwesig rasch Karriere. 2003 trat sie in die SPD ein, stieg 2005 in den Landesvorstand auf und ist nun Landesvorsitzende. Seit 2009 ist sie stellvertretende Bundesvorsitzende und gilt als wichtigste Stimme der SPD in Ostdeutschland.

Schwesig wurde 1974 in Frankfurt (Oder) geboren und wuchs im brandenburgischen Seelow auf. Nach ihrer Heirat zog sie im Jahr 2000 nach Schwerin, wo sie zunächst im Finanzamt, dann im Finanzministerium arbeitete und bis heute mit Mann und Kindern lebt.

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