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Modestil der Ministerpräsidentin : Manuela Schwesig - die Lady in Red

vom
Aus der Onlineredaktion

Mode in der Politik: Zwei Experten nehmen Schwesigs Stil in Augenschein

von
erstellt am 15.Aug.2017 | 12:00 Uhr

Ob im purpurroten Kleid zur Vereidigung als Landespräsidentin, in der kirschroten Robe bei einer Spendengala, im hellrotem T-Shirt mit dunklem Jackett zum Zeitungsinterview oder auch lässig im lachsroten Top mit Blümchenrock zum Christopher-Street-Day in Rostock – Rot ist die Farbe von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD).

„Das ist sicher sehr bewusst gewählt“, sagt Karoline Lobeck von der Designschule Schwerin. Hier leitet sie den Fachbereich Modesign. „Steht die Farbe schließlich für ihre Partei.“ Darüber hinaus hat Rot eine starke Signalwirkung: Sie symbolisiert Macht, Energie und Leidenschaft – also keine schlechte Wahl. „Und als heller Typ steht ihr die Farbe auch noch sehr gut“, so die Modeexpertin.

Die Farbe der Macht: Auf der politischen Bühne überlassen auch Malu Dreyer (SPD), Sahra Wagenknecht (Die Linke), Julia Klöckner (CDU) und Angela Merkel (CDU) nichts dem Zufall. Im roten Blazer wirken sie energiegeladen und kampfbereit.
Die Farbe der Macht: Auf der politischen Bühne überlassen auch Malu Dreyer (SPD), Sahra Wagenknecht (Die Linke), Julia Klöckner (CDU) und Angela Merkel (CDU) nichts dem Zufall. Im roten Blazer wirken sie energiegeladen und kampfbereit.

Rot: Die Farbe steht für Leidenschaft, Liebe und Sinnlichkeit, aber auch Aggressivität. Auf den Laufstegen sah man Rot oft nur als Akzent – 2017 sind rote Kleider bei allen Designern zu finden. Rot gilt als repräsentativ, kompromisslos und energiegeladen. Im Römischen Reich war Purpur ein Machtsymbol. An der Breite des Purpurstreifen eines Gewandes ließ sich der Rang eines Beamten erkennen. Nur der Imperator höchstselbst durfte sich ganz in Rot hüllen. Unerlaubter Besitz wurde mit drastischen Strafen geahndet.

Die Outfits von Manuela Schwesig ziehen die Aufmerksamkeit auf sich. Goldgelb – und einmal nicht rot – leuchtete das ausgestellte Kleid mit dem raffinierten Ausschnitt und der kleinen Schleife, das die Ministerpräsidentin kürzlich beim Treffen mit Frank-Walter Steinmeier trug. Auch wenn es eigentlich um den Antrittsbesuch des Bundespräsidenten in MV ging, stahl Schwesig ihm in ihrem Outfit die Show.

Ihr Kleidungsstil fällt auf – und gefällt. „In dem Kleid sah sie aus wie Grace Kelly“, schwärmt Karoline Lobeck. „Frau Schwesig hat einen sehr modernen und geschmackvollen Stil sich zu kleiden. Sie bevorzugt klare Farben, die ihren Typ sehr gut unterstreichen und harmonisch zu ihren blonden Haaren passen“, ist auch Andreas Kiefer, Maßschneider aus Rostock von ihrem Stil überzeugt. „Das ist schon was ganz Besonderes, dass Frau Schwesig sich als Politikerin sehr weiblich und farbenfroh kleidet – das kennt man sonst eher von den First Ladies“, so Karoline Lobeck.

Frauen in der Politik, so Lobecks These, würden oft einen Business-Stil favorisieren, um sich in einer Männerdomäne beweisen zu können. Der klassische Hosenanzug kombiniert mit einem Blazer sind hier en vogue. Bekannte Beispiele: US-Politikerin Hillary Clinton und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Zwar setzen sie und ihre Kolleginnen beim Jackett mittlerweile auf Farbe, jedoch bleibt das Ergebnis gleich: Politikerinnen tragen Kleidung, die sich am Anzug des Mannes orientiert.

Bei Manuela Schwesig ist das anders. Ihre Outfits sind weiblich, aus weichen oder glänzenden Stoffen und oft mit floralen Mustern. Wenn sie Hosenanzug trägt, dann ist dieser meist aus schimmerndem Satin. Genauso oft sieht man die Landesmutter auch in Rock oder Kleid.

„Mir gefällt es, dass sie sich figurbetont kleidet. Das ist sicher ihrem Alter geschuldet“, sagt Karoline Lobeck. „Ich kann das zwar nicht belegen, aber ich glaube, dass Schwesigs Stil im Laufe ihrer politischen Karriere immer mutiger wurde.“ Nach dem Motto: je höher das Amt, desto femininer ihr Look. Ähnlich sieht es auch Andreas Kiefer: „Sie ist in der politischen Welt ein gewisser modischer Leuchtturm und sticht schon sehr aus der Masse der Politiker positiv hervor.“

Warum spielt es überhaupt eine Rolle, was Schwesig trägt? Die Outfits ihrer männlichen Amtskollegen werden nur dann in Augenschein genommen, wenn sie einen wirklichen Modefauxpas begehen. „Die politische Welt ist sexistisch“, sagt Karoline Lobeck. Schwesig lässt sich davon aber nicht beeindrucken, resümiert Andreas Kiefer: „Sie nutzt ihre politischen Ämter sehr gut, um den Frauen ganz unspektakulär zu zeigen, wie frau feminin und doch modern und selbstbewusst auftreten kann.“

Kommentar von Franziska Sanyang: Mut zu mehr Weiblichkeit
Was war das damals für ein Aufreger: Kanzlerin Angela Merkel zeigte bei der Operneröffnung in Oslo 2008 große Offenheit.Tagelang wurde ihr tief ausgeschnittenes Dekolleté weltweit kommentiert. Merkel hat daraus gelernt und ihren modernen, aber androgynen Stil entwickelt. Weiblichkeit ade. Bei Manuela Schwesig ist das anders. Sie gehört zu den mächtigen Frauen Deutschlands. Dennoch braucht sie keinen „Tarnanzug“, um neben den männlichen Kollegen zu bestehen. Sie ist eine Frau und zeigt das auch. Daran sollten sich andere ein Beispiel nehmen. Mehr Mut zur Weiblichkeit!

 

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