extra zur Kita-Studie : Mann kann auch erziehen

Vater und Sohn: Der Kläger wurde in Deutschland diskriminiert.
Vater und Sohn: Der Kläger wurde in Deutschland diskriminiert.

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25. August 2015, 08:00 Uhr

Kindererziehung gilt immer noch vor allem als Frauensache. Auch deshalb sind in den Kindertageseinrichtungen sehr wenig Männer als pädagogische Fachkräfte tätig: 2014 arbeiteten bundesweit 22 225 von ihnen in Kitas und stellten damit einen Anteil von 4,4 Prozent.

Versuche, mehr Männer für den Job zu begeistern, haben bescheidene Erfolge. Aus erziehungswissenschaftlicher Sicht sei es wünschenswert, dass mehr Männer Kinder betreuen, sagt der Professor für Entwicklungspsychologie an der Freiburger Evangelischen Hochschule, Klaus Fröhlich-Gildhoff. „Es ist für Jungen und Mädchen wichtig, dass sie geschlechts- gleiche und geschlechtsungleiche Vorbilder haben.“ In gemischten Teams gebe es neuen Studien zufolge mehr soziale

Mobilität, Aktivität und Flexibilität, sagt Fröhlich-Gildhoff.

Vor fünf Jahren startete die Koordinationsstelle „Männer in Kitas“, die aktiv um Männer als pädagogische Fachkräfte wirbt. Sie betreute das Modellprojekt „MEHR Männer in Kitas“, das bis Ende 2013 insgesamt 16 Projekte förderte. Das Bundesfamilienministerium und der Europäische Sozialfonds gaben 13 Millionen Euro für die verschiedenen Projekte wie Schülerpraktika und Schnuppertage. Mit Erfolg: Die Anzahl der Männer verdoppelte sich seit Projektstart.

Seit diesem Jahr betreut die Koordinationsstelle das Programm „Quereinstieg – Männer und Frauen in Kitas“, das bis 2020 die Ausbildungsmöglichkeiten von Berufswechslern weiterentwickeln soll.

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