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Mecklenburg-Vorpommern

22. November 2017 | 14:08 Uhr

Mama-Taxi ist keine Alternative

vom

svz.de von
erstellt am 18.Apr.2013 | 05:30 Uhr

Lübz/Schwerin | Der tödliche Schulwegunfall, der sich am Mittwoch bei Lübz ereignete, bewegt und beunruhigt viele Eltern. In vielen Familien werden nun sogar Alternativen zum Schulweg auf dem Rad diskutiert. Doch so weit muss die Sorge um das Wohl der Jüngsten nicht gehen, meint die Geschäftsführerin der Landesverkehrswacht, Andrea Leirich: "Radfahren ist gut, gesund und der Unfall ein relativ seltenes Ereignis", betont sie. Angesichts des tragischen Unfalltods eines Zwölfjährigen jetzt den eigenen Kindern das Radfahren zu verbieten, wäre ebenso falsch, wie die Kinder künftig mit dem "Mama-Taxi" zu chauffieren, betont die Verkehrsexpertin.

Allerdings kommen Kinder bei Verkehrsunfällen tatsächlich am häufigsten zu Schaden, wenn sie auf dem Fahrrad unterwegs sind: Dem Kinderunfall-Atlas 2102 der Bundesanstalt für Straßenwesen zufolge waren 35 Prozent der zwischen 2006 und 2010 im Straßenverkehr verunglückten Mädchen und Jungen mit dem Rad unterwegs. Etwas weniger - ein Drittel - verunglückten als Beifahrer in einem Auto, ein Viertel war als Fußgänger unterwegs.

In Mecklenburg-Vorpommern sind Andrea Leirich zufolge vor allem Kinder in Städten gefährdet, mit dem Fahrrad zu verunglücken - auch das geht aus dem Kinderunfall-Atlas hervor. Die meisten Fahrradunfälle im Land ereignen sich demnach in der Hansestadt Greifswald ( 2,81 Fahrradunfälle je 1000 Kinder bis 15 Jahre), gefolgt von den Städten Neubrandenburg (1,84) und Stralsund (1,42). Auch die Landeshauptstadt Schwerin (1,30) wird von den Verkehrsstatistikern als Kreis bzw. kreisfreie Stadt mit hoher Unfallbelastung für radfahrende Kinder eingestuft. Als einziger (alter) Landkreis aus MV wird hier Rügen aufgeführt - dort verunglücken statistisch gesehen 1,38 von 1000 Rad fahrenden Kindern. Am sichersten sind Kinder auf dem Fahrrad in den (ehemaligen) Landkreisen Nordwestmecklenburg (0,54), Demmin (0,57) und Güstrow (0,64) unterwegs.

Tipps für Eltern

Was können Eltern tun, um den Schulweg, den ihre Kinder per Fahrrad zurücklegen, sicherer zu gestalten? Die Verkehrswacht gibt folgende Tipps:

Fahren Sie selbst den Schulweg Ihres Kindes mit dem Rad ab und achten Sie auf Gefahrenschwerpunkte: Sind Kreuzungen oder Einmündung en so gestaltet, dass Radfahrer sie sicher passieren können? Gibt es Hilfen zum Überqueren von Straßen- beispielsweise Zebrastreifen oder Ampeln? Gibt es besonders unübersichtliche Stellen? Gibt es Radwege und/oder Fahrradstreifen, und wenn ja: In welchem Zustand sind sie?

Fahren Sie in einem zweiten Schritt den Schulweg zusammen mit Ihrem Kind auf dem Rad ab. Besprechen Sie gemeinsam schwierige Situationen.

Beobachten Sie Ihr Kind: Beherrscht es die Vorfahrtsregeln, beispielsweise am Stopp-Schild oder am Schild "Vorfahrt gewähren"? Hält es ausreichend Abstand zu parkenden Fahrzeugen? Zeigt es Richtungsänderungen an?

Verdeutlichen Sie Ihrem Kind, dass es auch auf Radwegen nicht hundertprozentig geschützt ist. Besondere Gefahren drohen durch Rechtsabbieger, aber auch durch einbiegende Fahrzeuge.

Üben Sie, wenn nötig, mit Ihrem Kind das Linksabbiegen mit dem Rad, es ist eine besonders kritische Situation.

Sprechen Sie den vereinbarten Weg auch mit den Eltern von Schulkameraden ab, mit denen Ihr Kind zusammen zur Schule fährt.

Überzeugen Sie Ihr Kind davon, einen Fahrradhelm zu tragen.

Achten Sie darauf, dass das Fahrrad verkehrssicher ist: Bremsen, Licht und Klingel müssen intakt sein.

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