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So isst der Norden : Männer in MV sind große Fleischsünder

vom
Aus der Onlineredaktion

Im Nordosten bundesweit größte Tagesration. Trend geht zu Fertigkost

svz.de von
erstellt am 03.Jan.2017 | 21:00 Uhr

Am liebsten Fleisch, Milch und Käse sowie Eier: Mecklenburg-Vorpommerns Männer holen sich täglich bundesweit die größte Portion tierischer Lebensmittel auf den Teller. Mit 172 Gramm Fleisch und Wurst, 335 Gramm Milch und Käse sowie 29 Gramm Eier am Tag verzehren sie ein Vielfaches von den von Ernährungswissenschaftlern empfohlenen Rationen. Nur in Thüringen und in Hamburg wird mit 172 Gramm bzw 171 Gramm Fleisch und Wurst am Tag ebenso viel gegessen, geht aus dem von der Heinrich-Böll-Stiftung und dem Bund für Umwelt und Natur (BUND) vorgelegten Fleischatlas hervor.

Damit gehören Mecklenburg-Vorpommerns Männer zu den größten Sündern in Deutschland: Zu viel Fleisch und Wurst – „einer der häufigsten Ernährungsfehler“, warnt Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung in Bonn. Der Verzehr von Fleisch und Wurst überschreitet in MV ein Vielfaches des von Wissenschaftlern empfohlenen Richtwertes von 300 bis 600 Gramm in der Woche. Frauen in MV können sich zurückhalten: Sie verzehren täglich nur halb so viel Fleisch und Wurst wie die Männer – 82 Gramm – Mittelfeld in Deutschland. Zu wenig Vollkornprodukte und Gemüse, zu viel Fleisch: „Häufig fehlt es an einer ausgewogenen Ernährung“, empfiehlt Gahl gesunde Mischkost.

Indes belastet der hohe Fleischverzehr die Haushaltskasse der Verbraucher in MV stark: Mit 51,73 je Monat geben sie jeden sechsten Euro für Fleisch und Wurst aus – so viel wie für keine andere Warengruppe, so das Statische Amt. Im Schnitt gibt ein Haushalt in MV knapp 300 Euro im Monat für Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren aus – etwa 15 Prozent der Konsumausgaben eines Haushaltes.

Ohnehin bleibt Deutschland ein Land der Fleischesser: 53 Prozent der Deutschen essen am liebsten Fleischprodukte, gefolgt von Nudeln mit 20 Prozent, geht aus dem gestern vom Bund vorgelegten Ernährungsreport 2017 hervor. Allerdings greifen die Bundesbürger immer häufiger zu Fertiggerichten. 41 Prozent lassen sich Tiefkühlpizza, Konserven oder Tiefkühlkost schmecken. 2015 waren es noch 32 Prozent.  
 

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