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Baustellen MV : Mängelliste trotz Milliarden-Investitionen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Autobahn 14, Bundesstraße 96n auf Rügen, Ortsumfahrung Plau: Straßenbauer richten 2017 in MV zahlreiche Baustellen ein

svz.de von
erstellt am 12.Jan.2017 | 05:00 Uhr

Neue Brücken und Radwege, erneuerte Straßen: In MV werden in diesem Jahr mit Millionenaufwand Dutzende Kilometer Straßen saniert oder neu gebaut.

Eines der wichtigsten Projekte: der Bau der Autobahn 14 zwischen Grabow und der Landesgrenze zu Brandenburg. Auf dem zehn Kilometer langen Teilstück sollen zum Jahresende die Bauarbeiten abgeschlossen werden. Kosten: 100 Millionen Euro. Dann kann zwischen Wismar an der Ostseeküste bis Karstädt in Brandenburg der Verkehr durchgängig rollen. Der Bau der Piste zwischen der Autobahn 24 nahe Ludwigslust und Magdeburg, die von Umweltschützern zum „Dusseligen Dutzend“ der zwölf umweltschädlichen und sinnlosesten Straßenbauprojekte Deutschland gezählt wird, gilt bei Straßenbauern als eines der größten Verkehrsprojekte. Die 155 Kilometer lange Trasse soll rund 1,3 Milliarden Euro kosten – etwa doppelt so viel wie geplant. Bis 2020 sollte der Bau abgeschlossen sein – die Pläne sind kaum noch zu halten.

Gebaut wird in MV neben der neuen Petersdorfer Brücke auch auf der Bundesstraße 104/ 96 die Ortsumgehung Neubrandenburg – für 49,7 Millionen Euro, teilte die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -baugesellschaft (Deges) mit. 55,1 Millionen Euro sollen zudem in den Bau der Bundesstraße 96n auf der Insel Rügen zwischen den Abschlussstellen AS Samtens-Ost und Bergen gesteckt werden. Der Deges zufolge sollen alle drei Projekte voraussichtlich im Sommer 2019 fertiggestellt werden. Darüberhinaus werde auf der B191 an der Ortsumfahrung Plau gebaut, stellte das Bundesverkehrsministerium in Berlin in Aussicht. Zudem würden auf der Küstenautobahn 20 Erhaltungsarbeiten fortgesetzt.

Die Investitionen ins Verkehrsnetz in MV haben in den vergangenen 25 Jahren Milliardenhöhe erreicht: Allein 2016 sei mit 212,5 Millionen Euro der Spitzenwert der vergangenen fünf Jahre ins Straßennetz gesteckt worden, teilte Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) kürzlich mit. Insgesamt waren davon rund 160 Millionen Euro in den Neubau, Ausbau und Erhalt der Bundesautobahnen, Bundesstraßen sowie der dazugehörigen Radwege geflossen. Auch bei den Landesstraßen konnten die Investitionen mit knapp 52,5 Millionen Euro 2016 im Vergleich zum Vorjahr gesteigert werden.

Trotzdem bleibt die Mängelliste auf den Straßen in MV lang: Nur 44 Prozent der 1991 Kilometer Bundesstraßen im Land sind in einem sehr guten beziehungsweise guten Zustand, knapp ein Drittel aber in einem schlechten oder sogar sehr schlechten, geht aus dem im Frühjahr 2016 vom Bund vorgelegten Verkehrsinfrastrukturbericht hervor.

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