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Mecklenburg-Vorpommern

25. November 2017 | 09:09 Uhr

"Mädels haben es mir einfach gemacht“

vom

svz.de von
erstellt am 15.Apr.2012 | 10:06 Uhr

„Ich bin das erste Jahr als Trainer in der Bundesliga und kann mit der Mannschaft gleich das Double holen, das ist ein absoluter Traum“, freute sich der Meistertrainer der Schweriner Volleyballerinnen Teun Buijs. Der Niederländer fiel gleich nach dem Matchball seinem Co Andreas Renneberg und Physiotherapeut Jens Ziegler in die Arme, dann waren seine Spielerinnen dran. Der nach außen hin eher ruhig wirkende Niederländer brach förmlich aus sich heraus – auch seine Freude war nicht mehr zu toppen nach einem bislang grandiosen Jahr 2012.

„Sie haben immer voller Energie trainiert und gespielt“

Ende Juli 2011 schlug der 52-Jährige seine Zelte in seiner neuen sportlichen Heimat Schwerin auf. Er trat damals ein schweres Erbe des Ende der Saison 2010/2011 wieder in seine norwegische Heimat zurückgekehrten Tore Aleksandersen an. „Hier kann ich mich weiterentwickeln und natürlich auch die jungen Spielerinnen. Der Mix in Schwerin ist sehr gut. Ich denke, im Ausland kann ich eine Menge dazulernen. Der Schweriner SC ist ein großer Verein mit einer großen Geschichte“, hatte der ehemalige niederländische Nationalspieler bei seinem Amtsantritt erklärt.

Und am Samstag schrieb er mit seinem Team an der großen Geschichte des Sportclubs weiter. Mit dem Gewinn der Meisterschaft und dem am 4. März errungenen Pokalsieg (es war der vierte nach der Wende) feierte der mecklenburgische Traditionsverein nach 2001 und 2006 das dritte Double nach der Wende. Und der neunte DM-Titel nach 1990 ist sowieso von der Konkurrenz unerreicht. „Die Mädels haben es für mich einfach gemacht. Nach dem Titel im vergangenen Jahr haben sie voll motiviert und hoch professionell weitergemacht. Als wir im Laufe der Saison gesehen haben, dass unser Konzept funktioniert, haben sie immer voller Energie trainiert und gespielt – da bin ich stolz drauf“, schwärmte der Meistertrainer.

Doch bis zu diesem grandiosen Triumph lag ein weiter Weg vor dem neuen Trainer und seiner neuformierten Mannschaft. Sieben neue Spielerinnen mussten integriert werden. „Am Anfang hat es ein bisschen gedauert“, gibt er zu. Das lag auch daran, dass die SSC-Damen mit verletzungsbedingten Ausfällen (Patricia Thormann, Anne Buijs, Mira Topic) zu Saisonbeginn zu kämpfen hatten. Nach und nach kamen sie wieder und erreichten ihre Form. Und die Mannschaft steigerte sich kontinuierlich. Alle für eine, eine für alle lautete die Devise. „Es gibt einen großen Unterschied zwischen Männer- und Frauen-Volleyball. Bei den Frauen ist die Rolle sehr wichtig, jede Spielerin braucht eine Rolle, im Spiel, im Team, im Umfeld. Bei ihnen sind alle Details wichtig“, hatte Buijs zu Beginn seiner SSC-Tätigkeit erläutert. Und in der Saison merkte man, dass eben dieses Konzept aufging. Die jungen Spielerinnen wie Tanja Joachim, Wiebke Offer und Joana Gallas entwickelten sich weiter, konnten Erfahrungen bei Kurzeinsätzen einsammeln. Und für seinen scheidenden Kapitän Julia Retzlaff, der sich mit Anne Buijs oftmals die Position der zweiten Außenangreiferin teilte, fand der Trainer extra lobende Worte: „Jules war immer bereit für die Mannschaft zu kämpfen.“ So wie am Samstag, so wie es in Dresden die gesamte Mannschaft getan hat.

„Jetzt gibt’s nur noch Party“

Mit dem Erreichen des Pokalfinales Ende Dezember war schon einmal ein großer Schritt in Richtung Zielstellung getan. Denn nach 2007 wollte man unbedingt wieder einmal zum Endspiel nach Halle/Westfalen und vor über 10 000 Zuschauern den Pott wieder nach Schwerin holen. Das war eindrucksvoll am 4. März gelungen. Danach stand den SSC-Damen bei den Spielen nur noch der Spaß ins Gesicht geschrieben. Von Druck keine Spur. Teun Buijs arbeitete in seiner ruhigen Art weiter, stellte seine Mädels hervorragend ein und sagte schon fast gebetsmühlenartig: „Wir spielen Punkt für Punkt.“ So landeten sie in den Play-offs einen Triumph nach dem anderen. Und nachdem der Trainer unserer Redakion am Samstag nach der Krönung die Saison ein bisschen Revue hatte passieren lassen, hieß es für ihn: „Jetzt gibt’s nur noch Party…“ und verschwand im Freudenknäuel.

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