Insel Usedom : Mädchen vor dem Ertrinken gerettet

Gewappnet: Die DLRG-Rettungsschwimmer
Gewappnet: Die DLRG-Rettungsschwimmer

Trotz erfolgreicher Hilfe: In den Badeorten werden dringend neue Rettungsschwimmer gesucht

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09. Juni 2015, 20:00 Uhr

Rettungsschwimmer haben in der mecklenburg-vorpommerschen Ostsee ein Mädchen vor dem Ertrinken bewahrt. Die Zehnjährige aus Berlin war am Freitag vor Kölpinsee (Insel Usedom) mit der starken Strömung zu den Buhnen getrieben und dort von einer Welle über die Buhne geworfen worden, sagte DLRG-Einsatzleiter Martin Szostak gestern. „Das Kind wäre ertrunken, wenn wir den Vorfall nicht beobachtet und sofort reagiert hätten.“

Ein Rettungsschwimmer konnte das Mädchen, das rund 30 Meter vom Ufer entfernt im Wasser schwamm, mit einer Boje retten. Die Mutter habe am Strand gesessen und später erklärt, nur einen Moment nicht aufgepasst zu haben. Das Kind, das zur Kur auf Usedom ist, kam mit dem Schrecken davon. Es war die erste Lebensrettung der DLRG in der Ostsee vor Mecklenburg-Vorpommern in diesem Jahr.

Szostak appellierte an Erwachsene, Kinder beim Baden nicht aus den Augen zu lassen. „Ein Kind mit 20 Kilogramm Körpergewicht hat den Strömungen nichts entgegenzusetzen“, sagte er. An den Buhnen bildeten sich zudem durch die Strömungen metertiefe Löcher, die gerade für kleinere Kinder lebensgefährlich sein könnten. Das Wasser der Ostsee hat vor Usedom derzeit 16 Grad.

Rund 1700 ehrenamtliche DLRG-Rettungsschwimmer bewachen in diesem Sommer an 26 Küstenorten die Strände. Die Wasserwacht mit 1300 Rettungsschwimmern übernimmt in 14 Ostseebädern die Wasserrettung und bewacht zudem 52 Badestellen an Binnenseen.  Bis Ende Juni sind laut einem DLRG-Sprecher an den Stränden nur die Haupttürme besetzt. Nach Angaben der zentralen Einsatzleitung  in Bad Nenndorf werden für die Vor- und Nachsaison noch Rettungsschwimmer gesucht. Auch in Kölpinsee ist die Lage derzeit angespannt. Dort arbeiteten aktuell vier Rettungsschwimmer, acht seien optimal, sagte Einsatzleiter Szostak. Auch in anderen Orten sehe die Personalsituation derzeit dünn aus. Der Feuerwehrmann aus Weimar nutzt drei Wochen seines Jahresurlaubs für die ehrenamtliche Aufgabe an der Ostseeküste. Bewerbungen sind deshalb bei den Wasserrettern weiter willkommen.„Die Entwicklung ist Ausdruck des demografischen Wandels“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns neuer DLRG-Präsident, Knut Abramowski. „Wir brauchen jedes wachsame Auge und jede helfende Hand. Besonders in dieser sehr langen Saison.“

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