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Mecklenburg-Vorpommern

25. November 2017 | 01:23 Uhr

Machtfragen

vom

svz.de von
erstellt am 19.Nov.2007 | 05:08 Uhr

Die frei werdenden Posten wurden umgehend besetzt. Doch die Sozialdemokraten werden Mühe haben, die Lücke zu füllen, die Franz Müntefering hinterlässt. In der SPD-Zentrale wird lautstark die Führungsrolle Kurt Becks und des Willy-Brandt-Hauses betont. Dass der Vorsitzende die unumstrittene Nummer Eins ist, sollte eine bare Selbstverständlichkeit sein. Sie zu betonen, zeigt wie wenig gefestigt die Autorität des Mainzers ist - trotz seines gerade erst auf dem Parteitag erhaltenen 95-Prozent-Mandats. Dass er seinen Posten als Ministerpräsident nicht aufgibt und sich die Unabhängigkeit bewahren will, unbeschwert von Berliner Kabinettsdisziplin zu agieren, ist nachvollziehbar. Ob die neue Arbeitsteilung mit Außenminister Steinmeier viel reibungsloser als mit Müntefering läuft, bleibt hingegen abzuwarten. Potenzial für neue Rivalitäten gibt es. Schließlich gilt Steinmeier als potenzieller Anwärter auf die Kanzlerkandidatur. Bescheidet er sich mit der Rolle des Reservekandidaten oder tritt in Konkurrenz zu Beck? Von diesen ungeklärten Machtfragen und der Suche nach einer Balance in der Führung versuchen Beck & Co. abzulenken. Eine neue Aggressivität gegenüber der Union soll die Unsicherheit überspielen. Mit den schrillen Tönen kündigt sich jedoch auch die Polarisierung an, in der die SPD ihr Heil sucht. Der Trend zum Dauerwahlkampf wird durch Münteferings Weggang verstärkt, ein Linksruck wird wahrscheinlicher.

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