Er erlag seinem Krebsleiden : Machs gut Lacky!

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Am Sonnabend starb Reinhard Lakomy, Komponist, Pianist, Sänger und Freund der großen und kleinen Kinder. "Lacky", wie er genannt wurde, erlag seinem Lungenkrebs-Leiden. Er wurde 67 Jahre alt.

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25. März 2013, 11:28 Uhr

Schwerin | Am Sonnabend starb Reinhard Lakomy, Komponist, Pianist, Sänger und Freund der großen und kleinen Kinder. Als vor einigen Tagen die Nachricht in der Presse stand, "Lacky" wie wir ihn nannten, hätte Lungenkrebs im Endstadium und maximal noch ein halbes Jahr zu leben, ahnte ich nicht, dass es so schlimm um ihn stand. Schließlich hatten wir uns zu seinem Weihnachtskonzert im Schweriner Capitol noch gesehen. Seit über 15 Jahren befreundet, besuche ich ihn und seine Konzerte. Mal mit, mal ohne Kind. Und seit vielen Jahren werden die Aufführungen um den Traumzauberbaum immer besser.

Über seinen Werdegang vom kleinen Jungen, der schon mit drei Jahren anfing Klavier zu spielen, seine Ausbildung und Jahre als Jazzpianist bei Lenz und später bei Fischer oder seinen unbeabsichtigten Wandel zum Sänger kann man in seiner Biographie nachlesen. In seinem Buch "Es war doch nicht das letzte Mal" beschrieb er u.a. auch einige Kollegen der Branche. Das brachte ihm nicht nur Freunde. Doch Lacky war, wie er sich nannte, ein Bördemensch. Und die sind nun mal so. Gerade heraus und direkt. Das konnte schon weh tun. Doch dafür liebten ihn die Leute auf der Straße. Damals schon nicht angepasst, unterschrieb er gegen die Ausbürgerung Biermanns. Später dann richtete sich sein Zorn gegen die Ungerechtigkeit des neuen Systems. Seine CD "Die 6-Uhr-13-Bahn" wurde zum Aushängeschild der neuen Befindlichkeit. Es sollte die letzte "Erwachsenen-Platte" werden. Schließlich hatte er nach seinem Ausflug in die elektronische Musik seine Bestimmung gefunden. Musik für Kinder. Und wer Lakomy sagt, muss dabei auch seine Frau nennen. Die Schriftstellerin und ehemalige Tänzerin Monika Ehrhardt schreibt diese phantasievollen Geschichtenlieder. Mehr als 4 Millionen Mal wurde der Traumzauberbaum mittlerweile verkauft. Die Konzerte sind fast immer ausverkauft. Sehr diszipliniert, einen Abend vor dem Auftritt schon am Ort des Konzertes und immer wieder übend, so lernte ich das Ensemble von Lacky kennen. Ob noch mit Carmen Hatschi (Oleak), Ines Paulke, Josephine Busch (jetzt Hauptrolle im Lindenberg-Musical) oder der jetzigen Besetzung, immer war der Anspruch an die Qualität hoch. Schließlich hat Lakomy ja auch über 200! Filmmusiken auf dem Kerbholz. Er war aber nicht nur der kritische Geist. So verhalf er Nina Hagen einst ihren Weg als Sängerin zu gehen. Nahm Familie Lakomy wochenlang Ines Paulke auf, als es ihr nicht gut ging.

Lacky war Realist. Eine Woche vor seinem Tod besuchte ich ihn zu Hause. Geistig hellwach, wusste er was kommen wird. Einen Aufenthalt in einer Klinik oder Chemotherapie lehnte er ab. Seine Frau kümmerte sich liebevoll um alle Dinge. Sein Ensemble spielte derweil ohne ihn in Zwickau. Rechtzeitig, bevor die Kräfte ihn verließen, arrangierte Lacky seine Titel um. Und er war Optimist. Seine Musik hat Bestand. Die Show wird weiter gehen. Der Vorhang fällt nicht, denn auf seine Mädels ist Verlass. Es wurde extra ein ehemaliger Tonmeister von Amiga angestellt, der nun für die hohe Qualität sorgen wird.

Bei unserem letzten Treffen konnte ich ihm und seiner Frau berichten, dass sie sogar in Kolumbien beliebt sind. An der Deutschen Schule in Medellin lernen die Grundschüler mit Hilfe des Traumzauberbaums die deutsche Sprache. Dank der Crivitzer Lehrerin Heike Techel, die den Kontakt herstellte, erreichten Lacky einige Tage vor seinem Tod, die selbstgemalten Bilder, Fotos und Wünsche der Kinder aus Südamerika. Lacky ist "im Westen" angekommen. Er wurde 67 Jahre.

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