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Mecklenburg-Vorpommern

23. September 2017 | 20:25 Uhr

Prora : Luxuswohnung und Nazi-Vergangenheit

vom

Lösung für Prora-Vereine in Sicht. Landkreis drückt auf die Bremse

svz.de von
erstellt am 14.Sep.2017 | 11:45 Uhr

Rügen Für die beiden konkurrierenden Ausstellungszentren im NS-Seebad Prora auf der Insel Rügen deutet sich eine gemeinsame Lösung an. Das Dokumentationszentrum, das den Fokus auf die Sozialgeschichte des NS-Regimes legt, und das Prora-Zentrum mit dem Schwerpunkt DDR-Geschichte haben einen Dachverein mit dem Namen „Bildungs- und Dokumentationszentrum Prora“ gegründet. Mit Mitteln des Landes werde jetzt von Experten eine betriebswirtschaftliche Machbarkeitsstudie erarbeitet, sagte die Vorsitzende des Vereins, die SPD-Bundestagsabgeordnete Sonja Steffen. Es sei wichtig, dass beide Vereine nun in die gleiche Richtung liefen. „Gemeinsam ist da viel mehr Power drin.“

Mit dem Verkauf der Immobilie vom Bund an private Investoren hatte sich vor allem die Situation für das Dokumentationszentrum verschlechtert. Bislang gelang es nicht, den Vereinen eine sichere Zukunft zu ermöglichen. In Prora entstehen derzeit hunderte Luxuswohnungen.

Steffen sprach sich für eine dauerhafte Lösung aus. „Es wäre ein Riesenfehler, die Geschichte des Ortes unter den Teppich zu kehren“, sagte sie. Prora brauche ein Ausstellungszentrum. Eine Variante wäre ein gemeinsames Ausstellungszentrum in Block 5. Den Großteil des Blocks will der Landkreis Vorpommern-Rügen allerdings an Privatinvestoren verkaufen. Steffen fordert in diesem Falle ein dauerhaftes und im Grundbuch gesichertes Bleiberecht für die Vereine. Die andere Variante wäre der Neubau eines Dokumentationszentrums auf dem Gelände der Liegenschaft.  

Der Landkreis, dem der Block gehört, tritt allerdings auf die Bremse. Es seien noch ganz viele Fragen zu klären, sagte ein Sprecher des Kreises. Demnach müsse zunächst der zum Verkauf bestimmte Teil des Blocks aus einem langjährigen Pachtvertrag mit dem Jugendherbergswerk herausgelöst werden. Für einen Verkauf der Immobilie an Private müsse zudem die Gemeinde den  Bebauungsplan ändern. „Es ist noch nichts spruchreif“, sagte der Sprecher.

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