Mecklenburg-Vorpommern : Luxushotels als Leuchttürme

Isolde Heinz führt das Strandhotel Fischland in Dierhagen. Die preisgekrönte Herberge setzt auf hohe Standards – mit Erfolg.
Isolde Heinz führt das Strandhotel Fischland in Dierhagen. Die preisgekrönte Herberge setzt auf hohe Standards – mit Erfolg.

Spitzenhäuser geben Tourismusbranche in Mecklenburg-Vorpommern wichtige Impulse und fördern positives Image des Landes

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02. März 2015, 07:50 Uhr

„Jedes Hotel bekommt den Gast, den es verdient.“ Unter diesem Motto hat die Geschäftsführerin des Strandhotels in Dierhagen, Isolde Heinz, ihre Karriere gestaltet. Mit ihrem Vier-Sterne-Plus-Hotel schaut sie auf ein Haus, das in einem Atemzug mit den besten Hotels entlang der deutschen Ostseeküste genannt wird.

Es errang in der vergangenen Saison mehrere Preise, unter anderem als „bestes Hotelrestaurant“ oder „bester Spa“. Heinz selbst konnte sich über die Auszeichnung „Gastgeberin des Jahres“ freuen und ist nun auch Trägerin des „Großen Preises des Mittelstands“.

Dabei ist die gebürtige Heidelbergerin einen ungewöhnlichen und nicht unumstrittenen Weg gegangen. Bei der Zusammenlegung der zwei 800 Meter voneinander entfernten Häuser Dünenmeer und Strandhotel mit insgesamt 800 Betten hat sie darauf geachtet, dass das Dünenmeer nur mit Erwachsenen oder Familien mit älteren Kindern belegt wird.

Familien mit kleinen Kindern finden im Strandhotel ihre Bleibe. „Es gibt Leute, die wollen ihre Ruhe haben und sagen, dass da Kinder nicht reinpassen“, erklärt Heinz. „Ich habe dafür viel Haue bekommen“, beschreibt sie die Folgen. Doch der Erfolg gibt ihr Recht. Das Hotel mit seinen rund 260 Mitarbeitern erfreute sich 2014 über eine durchschnittliche Auslastung von knapp 70 Prozent.

„Die Spitzenhotellerie ist wichtig für den gesamten Tourismus“, sagt der Geschäftsführer des Landestourismusverbands, Bernd Fischer. Sie sei auch für das Image des Landes mitentscheidend und setze Maßstäbe für die Branche. Einige dieser Häuser sind auch in der kommenden Woche mit eigenen Präsentationen bei der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin vertreten. Fischer rechnet mit rund 25 Häusern in Mecklenburg-Vorpommern, die in diese Spitzenkategorie gehören – unabhängig davon, ob sie sich kategorisieren und mit Sternen auszeichnen lassen oder nicht.

Allerdings bedeute es für die Betreiber dieser Häuser große Anforderungen, um das hohe Niveau dauerhaft zu halten, sagt Fischer. Die Investitionen in Personal oder Infrastruktur seien ungleich höher als in niedrigeren Kategorien. Die Probleme, die daraus entstehen, seien beim kräftigen Auf und Ab in manchen Luxushotels zu bemerken.

Von diesen Turbulenzen kann beispielsweise das Grand Hotel in Heiligendamm genug berichten. Aber nun ist das Hotel eigenen Angaben zufolge seit der Insolvenz Anfang 2012 und zweimaligem Besitzerwechsel auf gutem Wege, berichtet Geschäftsführer Patrick Weber. Der Wirtschaftsprüfer Paul Morzynski aus Hannover hatte das Haus im August 2013 erworben. „Der Imagewechsel ist gelungen“, betont Weber. Das lasse sich nicht nur an der Gästezahl, sondern auch am Zuspruch des knappen Personals und der steigenden Zahl von Bewerbungen ablesen.

In der gesamten Tourismusbranche wird der Mitarbeitermangel als problematisch bis existenzbedrohend angesehen. Auch Isolde Heinz hatte mit der Personalnot zu kämpfen – und Konsequenzen gezogen. Zunächst hatte sie über das Programm MobiPro-EU der Bundesagentur für Arbeit Auszubildende aus dem EU-Ausland engagiert. Nach einem eher geringen Erfolg im ersten Jahrgang habe sich nun die Gruppe des vergangenen Jahres als Glücksgriff herausgestellt. Von 25 jungen Leuten, die angefangen haben, sind noch 22 da. Für sie habe Heinz im nahen Ribnitz-Damgarten „eine halbe Platte“ gemietet und verschiedene Wohngemeinschaften geschaffen. Für den Transport sei gesorgt, zusätzlich werden Sport, Spiele und andere Freizeitmöglichkeiten organisiert. Doch neue bürokratische Hürden hätten diesen Weg verbaut, bedauert Heinz. In den kommenden Wochen werden nun über ein weiteres Programm 15 Inder nach Dierhagen kommen.

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