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Mecklenburg-Vorpommern

18. November 2017 | 22:55 Uhr

Luxus-Wohnen in der Musikschule

vom

svz.de von
erstellt am 02.Aug.2012 | 07:09 Uhr

Stadtmitte | Wo noch bis vor Kurzem Musikschüler emsig ihr Instrumentenspiel erlernt haben, sollen nun luxuriöse Wohnungen entstehen. Denn nachdem das Konservatorium Rudolf Wagner-Régeny und die Welt-Musikschule Carl Orff in das Haus der Musik am Rosengarten gezogen sind, hat die Stadt die vier von ihnen genutzten Villen im Bahnhofsviertel zum Verkauf ausgeschrieben. Im Rennen um die beiden Altbauten in der John-Brinckman-Straße haben sich die Immobilienshop Rostock GmbH und das Architekturbüro B3 durchgesetzt. Für den Kauf, den Umbau und die Vermarktung der attraktiven Stadtvillen haben sie extra die Firma B4 Bauträger GmbH gegründet.

Geschäftsführer Sebastian Kopp ist zufrieden damit, dass seine Firma den Zuschlag für die beiden Villen John-Brinckman-Straße 5 und 6 bekommen hat - obwohl sich das Architekten-Makler-Team für alle vier Objekte beworben hat. "Die Gelegenheit, ein solches zusammenhängendes Quartier im Bahnhofsviertel zu gestalten, wird es so schnell nicht wieder geben", sagt Kopp. Er ist sich sicher: Das Bahnhofsviertel ist nach wie vor das beliebteste Wohngebiet Rostocks. In enger Abstimmung mit dem Amt für Denkmalpflege sollen die Fassaden der beiden Stadtvillen im altehrwürdigen Stil erhalten bleiben. Drinnen hingegen ist eine Komplettsanierung nötig. Schließlich ist die Aufteilung der Räume im Schulgebäude nicht auf ein Wohnhaus übertragbar. Darüber hinaus wurde kaum etwas in die Bausubstanz investiert. "Darum werden die Häuser bis auf die Außenmauern und die tragenden Strukturen erneuert", sagt Kopp. Die vier Etagenwohnungen der Villa 5 sowie die acht Wohnungen der Villa 4 sollen nach modernem Standard gestaltet werden. Die Nummer 6 bekommt ein zusätzliches Dachgeschoss.

Ende Dezember 2011 hat die B4 Bauträger GmbH den Zuschlag für den Kauf der Villen erhalten. Nun sind die Planungen weitgehend abgeschlossen, ab September will die Firma mit der Vermarktung beginnen. Erste Interessenten gibt es schon, wie Kopp berichtet, darunter sowohl private Investoren als auch Wohnungsgesellschaften. Im März des kommenden Jahres sollen die Bauarbeiten an den ehemaligen Musikschul-Gebäuden beginnen. Für das Frühjahr 2014 rechnet Kopp mit der Fertigstellung: "Wir lassen uns dabei relativ viel Zeit, weil wir die Häuser besonders hochwertig ausstatten möchten."

Dass es für die edlen Wohnungen einen Markt gibt, davon ist Kopp überzeugt. Denn der Trend gehe angesichts der wirtschaftlichen Lage in Europa und der wachsenden Angst vor Inflation zum Immobilienkauf. Außerdem sei das Angebot in der beliebten Rostocker Innenstadt naturgemäß begrenzt. "Mit der Erschließung des Petriviertels und des Areals am Güterbahnhof sind die letzten großen Flächen weg", so Kopp. Der Verkauf städtischer Immobilien wird generell vom Kommunalen Eigenbetrieb für Objektbewirtschaftung und -entwicklung (KOE) vorbereitet. Dabei wird zunächst der wirtschaftliche Nutzen, vor allem die Kostenvermeidung für die Kommune, überprüft, bevor schließlich ein Verkehrsgutachten erstellt wird. Auf dessen Grundlage wird die Immobilie zum Verkauf ausgeschrieben. Nach Prüfung aller eingegangenen Bewerbungen macht der KOE einen Verkaufsvorschlag, über den je nach Wert der Immobilie im Ausschuss für Liegenschaften, für Finanzen oder in der Bürgerschaft entschieden wird. Über den Verkauf der vier Musikschul-Gebäude hat die Bürgerschaft entschieden.

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