Luxus liegt im Trend

Das kleine und feine Künstlerquartier Seezeichen in Ahrenshoop (Vier-Sterne-Superior) bietet nur 23 Zimmer an, sechs davon befinden sich im ehemaligen Atelierhaus der Malerin Elisabeth von Eicken. Das Auge des Gastes wird mit einem grandiosen Blick in die Natur und auf die Ostsee verwöhnt.
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Das kleine und feine Künstlerquartier Seezeichen in Ahrenshoop (Vier-Sterne-Superior) bietet nur 23 Zimmer an, sechs davon befinden sich im ehemaligen Atelierhaus der Malerin Elisabeth von Eicken. Das Auge des Gastes wird mit einem grandiosen Blick in die Natur und auf die Ostsee verwöhnt.

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04. Januar 2013, 10:32 Uhr

Schwerin/Rostock | Es ist eines der Prunkstücke der deutschen Hotelerie: Gestern hat die internationale Luxushotel-Marke Waldorf Astoria ihr neues Haus in Berlin eröffnet und die ersten Übernachtungsgäste begrüßt - im 118 Meter hohen, 230 Millionen Euro teuren Neubau in der City West. Zimmerpreis in der Präsidentensuite im 31. Stock: 12 000 Euro.

Ganz so nobel geht es in MV nicht zu. Doch ungeachtet der Probleme in einigen Vorzeigehäusern liegt Luxus im Trend. Die Lage in 5-Sterne-Häusern sei stabil, meint Tobias Warnecke, Konjunkturexperte des Hotelverbandes Deutschland (IHA) in Berlin. "Für große internationale Hotelketten bleibt der deutsche Markt attraktiv", meint er: In den Luxushäusern gehe es weiter aufwärts, wenn auch nicht so stark wie in den vergangenen zwei Jahren, erwartet der Experte. In den Spitzenhäusern brummt das Geschäft: Die 5-Sterne-Tempel erreichten im ersten Halbjahr mit 65,6 Prozent die höchste Zimmerauslastung aller Zimmerkategorien, ermittelte das IHA-Konjunkturbarometer. Allein in Mecklenburg-Vorpommern nahm die Zahl der Häuser mit vier Sternen und mehr in den vergangenen eineinhalb Jahren um neun auf 167 zu.

Und doch haben einige Nobelhäuser in Mecklenburg-Vorpommern an Glanz verloren: Für Kapitalgeber und Steuerzahler entwickeln sich die Prestigebauten der Fremdenverkehrswirtschaft im Nordosten zum Albtraum. Anlagedesaster und Investorensuche im Land Fleesensee, 90-prozentiger Kapitalverlust für Anleger des Immobilienfonds 34 für die Fünf-Sterne-Luxusherberge Heiligendamm und Pleite des Grand Hotels, Ermittlungen wegen des Verdachts des Subventionsbetruges beim Bau der Yachthafenresidenz Hohe Düne in Warnemünde - "das sind Einzelfälle und ist keine Seuche, die um sich greift", meint Matthias Dettmann, Chef des Hotel- und Gaststättenverbandes in Mecklenburg-Vorpommern. Und doch werfen die Einzelfälle Schatten auf eine Vorzeigebranche. Die Sterne-Häuser litten in MV unter strukturellen Schwierigkeiten und seien beispielsweise deutlich stärker vom Wetter abhängig als Hotels in Städten, die von schlechter Witterung sogar eher noch profitierten, meinte IHA-Experte Warnecke. Das einzige 4-Sterne-plus-Hotel in Schwerin hat es deutlich zu spüren bekommen. Mit einer Auslastung des Crowne Plaza von weniger als 50 Prozent fällt das beste Haus der Landeshauptstadt im Branchenvergleich deutlich ab. Bundesweit waren der IHA-Analyse zufolge 4-Sterne-Häuser im ersten Halbjahr zu 63,1 Prozent ausgelastet.

Trotzdem: Die Klientel halte zu den hochklassigen Häusern in MV, beobachtet Bernd Fischer, Chef des Tourismusverbandes. Die Branche setze auf Qualität, um Gäste in die Häuser zu holen, weiß Dettmann. Vor allem in 4-Sterne-Häusern: Angesichts der Wirtschaftslage sehen Investoren und Banken diese Häuser krisenresistenter, meint IHA-Experte Warnecke. Die Mitte verliert, sagt Fischer, Hotels der unteren vor allem aber auch der gehobenen Klasse funktionierten aber gut. Nach zwei Jahrzehnten hoher Kapitallast für die üppigen Millioneninvestitionen an der Küste zahlt sich das Engagement zumindest in Häuser in guter Lage offenbar doch aus. Es gebe inzwischen eine ganze Reihe von 4-Sterne-Häusern, den "geht es sehr, sehr gut", weiß Fischer.

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