Werften MV : Luxuriöse Eisbrecher vom Strelasund

So wird die „Crystal Endeavor“ einmal aussehen
1 von 2
So wird die „Crystal Endeavor“ einmal aussehen

Baustart für Luxus-Polarexpeditionsschiff auf Stralsunder Werft

von
16. Januar 2018, 05:00 Uhr

Die MV-Werften haben am Montag an ihrem Stralsunder Standort mit dem Bau eines Luxus-Polarexpeditionsschiffes begonnen. „Bei dem Neubau handelt es sich um das weltweit größte und luxuriöseste Expeditionsschiff für die Polarregion“, sagte der Vorstandschef der Genting-Gruppe, Tan Sri Lim Kok Thay. Die 164 Meter lange „Crystal Endeavor“ entsteht für die Reederei Crystal Yacht Expedition Cruises und soll bis 2019 komplett auf der Werft in Stralsund gebaut werden. Danach schließe sich der Bau von zwei baugleichen Expeditionsschiffen an. Damit sei der Standort bis 2021 beschäftigt.

In Stralsund arbeiten nach Angaben der MV-Werften aktuell rund 300 Mitarbeiter. Mit dem Bau der Luxus-Expeditionsschiffe soll die Anzahl der Beschäftigten auf 500 steigen.

Feierlicher Baubeginn auf der MV-Werft in Stralsund
Jens Büttner
Feierlicher Baubeginn auf der MV-Werft in Stralsund

Die Schiffe im Sechs-Sterne-Luxussegment will die zu der Genting-Gruppe gehörende Reederei in den Gewässern am Nord- und Südpol einsetzen. Mit der weltweit höchsten Eisklasse 6 sind die Schiffe so ausgelegt, dass sie bis zu ein Meter dickes Eis brechen können. An Bord erleben die Passagiere eine 1:1-Betreuung. Maximal 200 Gäste können auf dem Luxusschiff auf Expedition gehen, gefahren und umsorgt von 200 Crew-Mitgliedern.

In Stralsund herrschte gestern Aufbruchstimmung. 2012 musste die P+S-Werft Insolvenz anmelden. Der Großteil der 1250 Beschäftigten in Stralsund verlor die Jobs. Den Nordic-Werften, die den Schiffbaubetrieb zwischenzeitlich übernommen hatten, fehlten Aufträge. „Nach sechs Jahren geht es jetzt wieder richtig in Stralsund los“, freute sich der Betriebsratsvorsitzende Bernd Fischer. Das Projekt sichere für viele Beschäftigte Jobs und gebe ihren Familien Sicherheit.

Einer der Werftarbeiter ist Jens Petit (46). Der gelernte Schiffbauer verlor mit der P+S-Pleite seine Arbeit und war danach als Leiharbeiter, dann als Stahlbauschlosser auf der Insel Rügen tätig, wie er berichtete. Seit Anfang Januar arbeitet er wieder auf der Werft, auf der er vor 30 Jahren gelernt hat. „Ich hoffe, dass es jetzt für viele Jahre gut weitergeht“, sagte er. „Am liebsten würde ich bis zur Rente hier arbeiten.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen