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Mehr Infektionen in MV : Lust-Seuchen auf dem Vormarsch

vom
Aus der Onlineredaktion

In MV erkrankten in nur zwei Jahren 156 Menschen an Syphilis

von
erstellt am 27.Feb.2017 | 05:00 Uhr

Geschlechtskrankheiten wie Syphilis und Gonorrhö (Tripper) sind in Mecklenburg-Vorpommern wieder auf dem Vormarsch. 59 Menschen erkrankten nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 2015 im Land allein an Syphilis. 2014 waren es sogar 97 Neuerkrankungen. Ausgewertete Zahlen für 2016 liegen im RKI noch nicht vor.

Dabei waren die Geschlechtskrankheiten Ende der 90er-Jahren nach mehreren Anti-Aids-Kampagnen fast verschwunden. Nur acht Syphilis-Fälle diagnostizierten Ärzte 2001. „Die Zahl der Syphilis-Infektionen ist seit 2010 stark angestiegen, insbesondere bei Männern, die Sex mit Männern haben“, erklärte RKI-Sprecherin, Susanne Glasmacher, auf Anfrage unserer Redaktion.

Unter den den 59 im Jahr 2015 Erkrankten waren 56 Männer, aber nur drei Frauen. Knapp ein Drittel aller Infektionen trat in der Stadt Rostock auf.

Im gesamten Bundesgebiet hat das RKI mit 6834 diagnostizierte Fällen 2015 den höchsten Stand an Syphillis-Erkrankungen seit 2001 registriert. Als möglichen Grund für die Zunahme nennt das RKI „Veränderungen im Sexualverhalten“. Nach den Jahren, in denen viele Menschen aus Angst vor Aids regelmäßig Kondome nutzten und die Zahl ihrer Sexualpartner begrenzten, hat sich eine „Safer-Sex-Müdigkeit“ eingestellt, berichten Mediziner.

Syphilis wird durch das Bakterium Treponema pallidum hervorgerufen. Zu den ersten Symptomen zählen Geschwüre im Genitalbereich oder im Mund. Diese sondern eine stark ansteckende Flüssigkeit ab.

An der nur durch Geschlechtsverkehr übertragbaren Syphilis starben im 19. und 20. Jahrhundert hunderttausende Menschen, darunter berühmte Persönlichkeiten wie Heinrich Heine, Robert Schumann, Friedrich Nietzsche oder Paul Gauguin.

Auch bei den Tripper-Erkrankungen geht das RKI von einem deutlichen Anstieg aus. Allerdings ist die Krankheit seit 2001 nur noch in Sachsen meldepflichtig. Dort wurde eine Verdoppelung der Gonokokken-Infektionen von 6,8 gemeldeten Erkrankungen pro 100  000 Einwohner im Jahr 2003 auf 13,7 im Jahr 2011 beobachtet. Das RKI warnt davor, dass Arzneien gegen die Gonokokken immer häufiger wirkungslos sind, weil die Erreger gegenüber Antibiotika zunehmend resistenter werden.

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