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Mecklenburg-Vorpommern

20. September 2017 | 06:00 Uhr

Warnemünde : Lukrativer Landgang

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Vom Boom der Kreuzschifffahrt profitieren nicht nur die Häfen, sondern auch Dienstleister in der Region

Immer mehr Kreuzfahrtpassagiere verbringen nach ihrer Ankunft in Warnemünde ihren Landtag in Rostock und Umgebung. Während vor drei Jahren noch gut ein Drittel der Passagiere nach Berlin fuhr, waren es im vergangenen Jahr nur noch 14 Prozent, sagte Rostocks Tourismusdirektor Matthias Fromm gestern in Warnemünde.

Die Wertschöpfung durch die Ausgaben der Kreuzfahrtgäste und Crewmitglieder habe 2013 in der Region rund 14 Millionen Euro betragen. Diese Zahl ist aber noch Worten des Geschäftsführers des Hamburger Schiffmaklers Sartori & Berger, Konstantin Bissias, eine äußerst vorsichtige Schätzung.

Im vergangenen Jahr wurden 198 Anläufe von 41 Kreuzlinern gezählt. Sie hatten 365 000 Passagiere und rund 140 000 Crewmitglieder an Bord. Warnemünde war damit Deutschlands beliebtester Kreuzfahrthafen. „Jedes Jahr gibt es fast zweistellige Zuwachsraten“, sagte Bissias. Im vergangenen Jahr habe die Branche einen Umsatz von 2,9 Milliarden Euro erzielt, dies bedeutete ein Plus von 8,9 Prozent.

Gleichzeitig sei ein Trend zu immer größeren Schiffen zu beobachten. Bissias berichtete von Schiffen einer US-Reederei. Ein Neubau dieser Firma aus dem Jahr 2002 hatte Platz für 2500 Passagiere, der Neubau des Jahres 2010 schon 5400. Das stelle die Häfen vor große Herausforderungen. „Wer darauf nicht vorbereitet ist, an dem fahren die Schiffe vorbei.“ Ebenso wie die Häfen müssten sich die Dienstleister in den Hafenstädten auf den wachsenden Ansturm vorbereiten. Dazu gehöre auch die Infrastruktur, die Parkplatzkapazität oder der Service in der Abfertigungshalle.

Auch beim Thema Umweltschutz habe die Branche viel dazugelernt. Die Reedereien und Häfen arbeiteten verstärkt daran, mit neuen Treibstoffen und Filteranlagen die Umweltbelastung vor allem in den Häfen zu reduzieren.

Ein Effekt des immer größer werdenden Angebots sei, dass die Preise für Kreuzfahrten sinken, betonte Bissias. Habe im Jahr 2002 eine Kreuzfahrt im Schnitt noch rund 2050 Euro gekosten, waren es im vergangenen Jahr nur noch rund 1600 Euro. Laut Bissias ist ein Ende des Booms nicht in Sicht. Gerade Warnemünde, aber auch die anderen Häfen, würden davon enorm profitieren. Eine nicht abschätzbare Zahl von Arbeitsplätzen etwa in der Gastronomie, Hotels oder andere Dienstleister wie Museen oder Erlebnisparks hänge an der Kreuzschifffahrt. Gleichzeitig rücke die ganze Region ins Bewusstsein der nationalen und internationalen Gäste, die davon auch weiter berichten werden.


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