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Fliegerhorst Trollenhagen : Luftwaffe verlegt Transporte nach Köln

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Militärfahrzeuge und Feldpost für Bundeswehrsoldaten im Ausland werden bald woanders verladen: Die Luftwaffe verlegt die Versorgung von Trollenhagen deutlich früher als geplant wieder nach Köln.

svz.de von
erstellt am 26.Dez.2012 | 05:30 Uhr

Die Bundeswehr verlegt die Versorgungsflüge für Auslandseinsätze, die seit 2004 von Neubrandenburg-Trollenhagen aus starten, schon ab 2013 nach Köln.

Hauptgrund sei, dass die Infrastruktur des Fliegerhorstes nicht mehr den Anforderungen genüge, sagte ein Sprecher des Presse- und Informationszentrums der Luftwaffe in Bonn der Nachrichtenagentur dpa. Da der Fliegerhorst ab April 2014 an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben abgegeben werden soll, werde es auch keine Investitionen, wie beispielsweise in die Landebahn, mehr geben. Der letzte Versorgungsflug nach Afghanistan soll nach jetziger Planung am 28. Dezember in Trollenhagen starten.

Hintergrund ist das Umstrukturierungskonzept der Bundeswehr, dass für Neubrandenburg die Schließung des Fliegerhorstes und ab 2016 die Aufgabe von zwei der drei Kasernen in der Stadt vorsieht. Über Köln/Wahn waren bereits zu Beginn des Afghanistan-Einsatzes die Versorgungsflüge abgesichert worden. Ab 2004 waren sie aus Kostengründen nach Trollenhagen verlegt worden.

„Das hat sich auch bewährt“, sagte der Sprecher des Fliegerhorstes, Andreas Schrödel. Insgesamt wurden knapp rund 2500 Flüge zwischen Trollenhagen und dem Hindukusch organisiert, fast alle mit russischen Flugzeugen vom Typ Iljuschin 76, die zwischen 20 und 30 Tonnen Fracht an Bord hatten. „Wir kommen insgesamt auf mehr als 77 000 Tonnen Ladung“, erklärte Schrödel. An Arbeitstagen starteten fast täglich zwei bis drei Maschinen, die vor allem Verpflegung, aber auch Feldpost, Fahrzeuge, Sanitätsmaterial und Gefahrgüter, wie brennbare Flüssigkeiten, an Bord hatten.

„Allein 2010 wurden 226 Fahrzeuge ausgeflogen: 43 Geländewagen “Wolf„, gepanzerte “Dingo„- und “YAK„-Fahrzeuge und sogar eine Feuerwehr“, erläuterte der Sprecher in Neubrandenburg. Inwieweit mit der Verlegung der Versorgungsflüge nach Köln auch Soldaten umgesetzt würden, sei noch nicht klar. Trollenhagen soll zumindest ein Ausweichflughafen für die Militärflieger aus Rostock-Laage bleiben, bis zur Übergabe an das Bundesfinanzministerium.

Ein Trostpflaster bleibt den Neubrandenburgern allerdings: Die jetzt in der Kaserne Trollenhagen untergebrachte Truppe der Luftwaffeninstandhalter bleibt zunächst dort. Sie werde einem neuen „Systemzentrum“ unterstellt. Diese Kaserne soll noch bis 2019 genutzt werden, sagte der Bonner Sprecher. Mit der Reform sollen zwar insgesamt 1300 der knapp 2000 Dienstposten in Neubrandenburg wegfallen. Dafür wird aber die Leitung einer Panzergrenadierbrigade in die Stadt verlegt. Außerdem hofft die Stadt, den bisher zivil mitgenutzten Flugplatz künftig nur noch zivil nutzen zu können. Das hänge aber von Verhandlungen mit dem Bund ab, hatte Oberbürgermeister Paul Krüger (CDU) immer wieder betont. Denkbar wäre, dass Trollenhagen dann nur noch als „Landeplatz“ eingestuft werde, was billiger wäre. Bisher zahlen die vier Gesellschafter der Flughafen GmbH rund 250 000 Euro im Jahr.

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