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Investitionen in Infrastruktur : Lückenschluss im Radwegenetz

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

MV investiert mit EU-Hilfe in neue Strecken – nicht nur zur Freude der Touristen, vor allem für heimische Radler

svz.de von
erstellt am 23.Sep.2014 | 20:31 Uhr

Mit Hilfe von EU-Mitteln sollen in den nächsten Jahren wesentliche Lücken im Radwegenetz Mecklenburg-Vorpommerns geschlossen werden. Wie Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) gestern in Schwerin mitteilte, stehen dazu bis 2016 rund 15 Millionen Euro aus dem EU-Förderprogramm für den ländlichen Raum zur Verfügung.

Die Landkreise sollen – im Rahmen des Budgets – fortan größtenteils selbst festlegen, wo entlang von Landesstraßen neue Radwege entstehen. „In der Vergangenheit haben die vier Straßenbauämter entschieden und das führte zuweilen zu Dissonanzen. Jetzt sind die Kreise gefragt, die sich jedoch mit dem ADFC, den Tourismusverbänden und örtlichen Bürgerinitiativen abstimmen sollen“, erklärte Pegel. Es gehe dabei darum, Schulwege sicherer zu machen, viel befahrene Routen zu berücksichtigen und Lücken im Radwegenetz zu schließen.

Für einige dieser Strecken gebe es schon Planungen, so dass auch rasch mit dem Bau begonnen werden könne. Die Zuweisung von insgesamt 13,5 Millionen Euro an die Kreise erfolgt abhängig von der Länge der Landesstraßen dort. Nach Angaben Pegels kostet der Bau von einem Kilometer Radweg 150 000 bis 180 000 Euro. Zusammen mit den Zuweisungen des Bundes für den Radwegebau an Bundesstraßen, nicht abgerufenen EU-Geldern aus den Vorjahren sowie Beihilfen für Stadtentwicklung und kommunalen Wegebau sind laut Minister bislang 28 Millionen Euro für neue Radwege eingeplant. Dabei geht es nicht nur um touristisch wichtige Routen, sondern auch um Strecken, die etwa für den täglichen Weg zur Arbeit mit dem Rad wichtig sind. In Kürze solle ein digitales Radverkehrsnetz vorliegen, das neben regulären Radwegen auch für Radler geeignete Straßen und Feldwege ausweise.

Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) begrüßt die Bestrebungen, hält aber ein höheres Tempo für den Radwege-Ausbau für erforderlich: „Viele Menschen wollen häufiger weg vom Auto, mit dem Rad ins Büro fahren oder im Urlaub aktiv sein. Denen müssen wir doch den roten Teppich ausrollen und das Umsteigen so leicht wie möglich machen“, so ADFC-Landeschef Steffen Burkhardt.

In MV wurden den Angaben zufolge seit 1990 an Bundes- und Landesstraßen über 1700 Kilometer Radwege gebaut. Damit können Radfahrer auf 42 Prozent aller Bundesstraßen dem Autoverkehr aus dem Weg gehen und separate Wege nutzen. Bei den Landesstraßen sind es erst 26 Prozent. Entlang von Kreisstraßen wurden weitere 563 Kilometer Radwege gebaut.

Langfristig sollen laut Pegel an allen Straßen des Hauptnetzes, auf denen täglich mindestens 2500 Fahrzeuge unterwegs sind und bei denen es keine vernünftigen Alternativrouten für das Rad gibt, Radwege gebaut werden. Der oft schlechte Zustand von Radwegen hatte dazu geführt, dass MV in der Rangfolge der bundesweit beliebtesten Radreiseregionen nach Platz zwei im Vorjahr auf Platz vier abgerutscht war.

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