Unesco-Liste : Ludwigslust will Welterbe

Das Ludwigsluster Schloss.
Das Ludwigsluster Schloss.

Bürgermeister kämpft für Aufnahme in Unesco-Liste – gemeinsam mit Schwerin. Dort ist man zurückhaltend

svz.de von
13. März 2016, 21:00 Uhr

Die Barockstadt Ludwigslust soll nach dem Willen ihres Bürgermeisters Reinhard Mach gemeinsam mit Schwerin auf die Unesco-Welterbeliste. „Historisch sind die beiden Orte nicht voneinander zu trennen“, sagte Mach. Die Chance auf Anerkennung als Welterbe sei seines Wissens nach größer, wenn statt des Schweriner Residenzensembles allein eine ganze Kulturlandschaft bei der Unesco angemeldet würde. Als Beispiel nannte er Wismar und Stralsund. Der Schweriner Antrag läuft bereits und müsste entsprechend erweitert werden.

In den 1760er-Jahren hatte Herzog Friedrich die Residenz von Schwerin nach Ludwigslust verlegt. Er ließ ein Barockschloss und eine dazugehörige Stadt errichten. Die kunstsinnigen Herrscher leisteten sich eine der besten Hofkapellen der Zeit. Die Kompositionen ihrer Mitglieder sind heute unter dem Begriff „Ludwigsluster Klassik“ bekannt. Knapp 80 Jahre später, 1837, verlegte Großherzog Paul Friedrich die Residenz wieder nach Schwerin, doch die Familie nutzte das Schloss bis zur Vertreibung 1945 weiter.

In Schwerin wurde Machs Vorstoß zurückhaltend aufgenommen. Das Bewerbungsverfahren für das Residenzensemble sei schon weit fortgeschritten, sagte eine Sprecherin der Stadtverwaltung. Zu dem Ensemble gehören neben dem Schloss weitere markante Gebäude, wie das Staatliche Museum, das Staatstheater und die Staatskanzlei.

Das Bildungsministerium will Machs Idee dem Welterbe-Beirat übermitteln, damit dieser darüber diskutieren kann, wie ein Sprecher von Minister Brodkorb (SPD) sagte. „Wir hoffen jedoch, dass Herr Mach den Vorschlag bereits mit Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow (Linke) abgestimmt hat.“ Ganz neu ist die Idee nicht, eine größere Region als Kulturlandschaft zu definieren und bei der Unesco anzumelden. Der ehemalige Landeskonservator Dieter Zander hat nach eigenen Worten bereits vor rund zehn Jahren einen solchen Vorschlag unterbreitet. Bei Zander reicht die Kulturlandschaft von der Wismarbucht über Wallensteingraben und Schloss Wiligrad nach Schwerin, dann weiter nach Süden über das Jagdschloss Friedrichsmoor, Ludwigslust, Neustadt-Glewe mit Burg und herzoglichem Schloss bis nach Dömitz an der Elbe.

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