Betrügerin aus Stralsund : Lottobetrug mit bizarren Einzelheiten

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Die Betrugsgeschichte eines Lottogewinners in Vorpommern endete so bizarr, wie sie begann. Die Verdächtige war fast drei Jahre im Land untergetaucht, kam aber 25-mal zu Geldübergaben.

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01. März 2013, 07:46 Uhr

Barth/Neubrandenburg | Die Betrugsgeschichte eines Lottogewinners in Vorpommern endete so bizarr, wie sie begann. Die Verdächtige war fast drei Jahre im Land untergetaucht, kam aber 25-mal zu Geldübergaben.

Die Frau soll sich als Anlageberaterin ausgegeben und einen Lottogewinner in Vorpommern um fast 300 000 Euro gebracht haben. Zehn Tage nach der Festnahme der mutmaßlichen Betrügerin kommen neue Einzelheiten des merkwürdigen Falles ans Licht, obwohl die 59-Jährige zu den Vorwürfen schweigt. "Sie hat sich bisher nicht eingelassen", sagte Ulf Levermann von der Staatsanwaltschaft Neubrandenburg.

Die Frau aus Stralsund soll - so wurde unterdessen bekannt - schon 2010 wegen einer Haftstrafe untergetaucht sein und sich fast drei Jahre lang unter falschem Namen versteckt haben. Als Flüchtige suchte sie nach Angaben der Staatsanwaltschaft Ende 2010 gezielt den Lottogewinner im Kreis Vorpommern-Greifswald auf. Er gab ihr 25-mal Geld, um es angeblich gewinnbringend anzulegen, insgesamt 284 000 Euro. Im April 2012 erstattete der Mann Anzeige, erst am vergangenen 19. Februar wurde die Frau von Zielfahndern in der Region Barth (Kreis Vorpommern-Rügen) aufgespürt, wo sie unter falschem Namen eine Ferienwohnung gemietet hatte.

Die Tatverdächtige ist laut Staatsanwaltschaft keine Unbekannte. "Sie wurde 2009 in Ribnitz-Damgarten (Kreis Vorpommern-Rügen) wegen Betrugs zu einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten verurteilt, die im März 2010 rechtskräftig wurde", sagte Levermann. Als die Frau die Haft antreten sollte, war sie verschwunden.

Trotzdem lernte sie den Lottogewinner aus dem Kreis Vorpommern-Greifswald kennen. Ausgangspunkt für die Bekanntschaft mit dem 53 Jahre alten Mann soll ein Medienbericht über ihn gewesen ein. "Ein Fehler, den manche Gewinner machen", sagte Jana Stranghöner von der Lottogesellschaft Mecklenburg-Vorpommern in Rostock. Etwa 40 Lottomillionäre hat das Unternehmen seit 1992 im Nordosten gezählt.

"Man sollte von einem großen Gewinn nicht jedem erzählen und sich sogar ein Konto in einer größeren Stadt suchen, wenn man in einem kleinen Ort wohnt", lautet der Tipp der Lottofirma. Trotz Bankgeheimnisses sprächen sich so hohe Gewinnsummen manchmal herum in kleinen Orten. Auch im Kollegenkreis sollte man große Gewinne besser nicht erwähnen. Wie viele der Lottogewinner noch "Millionäre" seien, sei aber nicht bekannt, erklärte Stranghöner.

Seinen Gewinn zusammenhalten, das wollte wohl auch der Mann aus Vorpommern. Deshalb gab er der mutmaßlichen Anlageberaterin über mehr als ein Jahr bis Dezember 2011 Geld, insgesamt etwa ein Drittel des gesamten Lottogewinns. "Erst im April 2012 erstattete der Mann Anzeige", sagte Levermann. Wo das Geld geblieben sei, sei noch nicht vollständig aufgeklärt.

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