Schweriner Laser-Radial-Seglerin Franziska Goltz : London calling... Bin dann mal weg

Die einzige Klasse, in der bei Olympia der Veranstalter dei Boote stellt:  Franziska Goltz im Laser radial. Foto: Otto Kasch
Die einzige Klasse, in der bei Olympia der Veranstalter dei Boote stellt: Franziska Goltz im Laser radial. Foto: Otto Kasch

„…London calling" und „Ich bin dann mal weg", lauten die neuesten Einträge auf der Homepage von Franziska Goltz. Oder anders gesagt: Sie ist schon da, wo ab Ende Juli die olympischen Medaillen der Segler vergeben werden.

svz.de von
07. Juli 2012, 04:08 Uhr

Schwerin | "…London calling" und "Ich bin dann mal weg", lauten die neuesten Einträge auf der Homepage von Franziska Goltz. Oder anders gesagt: Sie ist schon da, wo ab Ende Juli die olympischen Medaillen der Segler vergeben werden und kommt "erst wieder nach den Spielen nach Deutschland zurück".

Die deutsche Starterin in der Laser-Radial-Klasse trainiert seit vergangenem Montag und noch bis zum 13. Juli im Olympiarevier vor der Weymouth Bay und dem Hafen von Portland in der Grafschaft Dorset an der Südküste Englands. "Eigentlich wollte ich mir hier zusammen mit meiner langjährigen Trainingskollegin Anke Helbig den letzten Schliff holen, doch eine OP bei Anke hat das leider verhindert", sagt das Mitglied des Schweriner Segler-Vereins von 1894 und ergänzt: "Also trainiere ich eben mit den internationalen Kontrahentinnen." Und das funktioniert. Am Dienstag etwa bildete sich denn schon mal ein 13er Feld.

Untergekommen ist die Mecklenburgerin allerdings "noch in einem benachbartem Club", denn das in der "Weymouth and Portland National Sailing Academy" auf der Insel Portland vor der Küste von Weymouth beheimatete olympische Dorf der Segler öffnet erst zum 16. Juli seine Pforten. Bis dahin bekommt sie ihre 65-teilige Olympia-Kollektion nachgesandt. "Vorher darf ich sie sowieso nicht anziehen", so Franziska. Für die Olympiadebütantin war die Einkleidung "wie eine große Shoppingtour, nur das man nicht zahlen musste. Fast schon wie Weihnachten."

Sie hat sich aber auch schon selbst reichlich beschenkt - mit dem Olympiaticket. Vor ihr schafften das aus MV seit der Wende 1996 die 470er-Crew Ronald Rensch/ Haverland sowie 2004 Monika Leu (470er/ alle Schweriner Yacht-Club). Am Ende sprangen die Ränge 12 bzw 15 (Leu) heraus. Rostocker Segler sucht man seit 1992 hingegen vergeblich in den Olympia-Annalen…

Die 27-jährige Franziska Goltz hat sich "das Medal Race" als Ziel gesetzt. Damit wäre die Studentin für Sportwissenschaften, Pädagogik und Volkswirtschaftslehre an der Uni Kiel schon einmal unter den Top 10. So wie beim Weltcup 2011 vor Weymouth, wo sie mit Rang zehn einen Riesenschritt in Richtung Olympia-Quali machte. Vor vier Jahren in Peking selbst noch Sparringspartnerin für die damalige Laser-Starterin Petra Niemann (Berlin), ist Franziska Goltz nun die Hauptperson. "Olympia ist schon ganz was Besonderes, ich habe mir einen Lebenstraum erfüllt! Am 27. Juli nehmen wir Segler komplett an der Eröffnungsfeier in London teil. Darauf freue ich mich riesig. Drei Tage später gehen die Segelwettbewerbe los. Ich werde mein Bestes geben, will Spaß haben und hoffe am 6. August noch dabei zu sein." Dann steigt besagtes Medal Race.

Die besten Wünsche von der segelbegeisterten Familie sowie von Freunden und Bekannten hat "Franzi" mit nach Südengland genommen und dazu "Talismane - einige Glücksschweine, zwei kleine Teddys, einen großen sowie diverse Bänder". Dann braucht es ja nur noch eines: viel Wind, den die Schwerinerin so liebt, um möglichst weit vorne zu lange. Rasmus bläst vor Weymouth zumeist ordentlich…


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen