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Mecklenburg-Vorpommern

15. Dezember 2017 | 13:16 Uhr

Lökkevik ist wieder auf freiem Fuß

vom

svz.de von
erstellt am 13.Jan.2012 | 06:28 Uhr

Warnemünde | Nach mehreren Monaten in Untersuchungshaft ist der wegen Subventionsbetrugs in Millionenhöhe im Zusammenhang mit dem Bau der Yachthafenresidenz Hohe Düne angeklagte norwegische Investor Per Harald Lökkevik wieder auf freiem Fuß. Das Landgericht Rostock hat gestern einen Haftbefehl gegen den Unternehmer aufgehoben. Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand sei weder klar, ob überhaupt Fördermittel zweckwidrig für andere Projekte verwandt worden seien, noch in welcher Höhe, lautet die Begründung des Gerichts. Die Staatsanwaltschaft hat gegen diese Entscheidung umgehende Beschwerde eingelegt.

Lökkevik, der seinen Hauptwohnsitz auf Lanzarote hat, war im Februar 2011 wegen Fluchtgefahr in Untersuchungshaft gekommen und wurde seitdem mit Ausnahme einer mehrwöchigen Pause festgehalten. Ihm wird von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, er habe für sein Großprojekt Yachthafenresidenz Hohe Düne 13,5 Millionen Euro Fördergeld zu Unrecht eingeworben. Dafür habe er sein Bauvorhaben künstlich aufgespalten sowie unwahre Angaben gemacht. Der Unternehmer hatte 2005 direkt an der Ostseemündung in Warnemünde eine Hotelanlage und eine Marina für 120 Millionen Euro eröffnet. 47,5 Millionen Euro für den Bau flossen aus Fördertöpfen.

Das Landgericht Rostock hält den Anschuldigungen jedoch dagegen, es sei nicht klar, "ob durch die künstliche Aufspaltung des Projektes tatsächlich mehr Fördermittel erlangt worden sind". Es sei nicht abzusehen, wann die Hauptverhandlung gegen Lökkevik eröffnet werden könne. Die vom Oberlandesgericht gesetzte Frist für den Beginn der Hauptverhandlung, der 27. Januar, könne nicht eingehalten werden. Lökkevik müsse daher unverzüglich aus der Untersuchungshaft entlassen werden, hieß es.

Die Staatsanwaltschaft Rostock legte einem Sprecher zufolge Beschwerde gegen den Beschluss des Landgerichts ein. Die Behörde halte den Beschluss für unzutreffend. Zudem sei die Staatsanwaltschaft der Auffassung, dass das Landgericht nicht mehr in dieser Sache entscheiden dürfe. Grund sei, dass die Staatsanwaltschaft bereits am Donnerstag dieser Woche eine Untätigkeitsbeschwerde und Befangenheitsantrag gegen die Richter gestellt habe.

Das Landgericht dürfe daher nur dann noch Entscheidungen in der Sache treffen, wenn es sich um einen unaufschiebbaren Eilfall handele. Dies gehe aus dem Beschluss des Gerichts jedoch nicht hervor. Dem Landgericht und dem Sprecher der Staatsanwaltschaft zufolge wird die Freilassung Lökkeviks nicht durch die Beschwerde aufgeschoben.

Lökkeviks Verteidiger teilten mit, der Unternehmer sei inzwischen auf freiem Fuß und werde sich in Rostock aufhalten. "Er wird selbstverständlich für das weitere Verfahren zur Verfügung stehen und ist über die Verteidigung erreichbar", so Oliver Kraft.


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