Video : Das A-20-Loch wird immer größer

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Foto: Stefan Tretropp

Im September 2017 musste die Autobahn 20 bei Triebsees wegen einem Loch in der Fahrbahn gesperrt werden. Damals war die Fahrbahn auf etwa 40 Meter abgesackt - mittlerweile hat sich Bruchstelle auf 95 Meter ausgedehnt.

svz.de von
08. Februar 2018, 12:47 Uhr

Lange war klar, dass es passieren würde. Nur wann wusste niemand. Nun ist ein weiterer Teil der Autobahn 20 bei Tribsees weggebrochen. Das Loch habe sich von 40 auf 95 Meter Länge erweitert. Die weitere Absackung war von den Experten des Landesamts für Straßenbau im Herbst vergangenen Jahres auch so erwartet worden.

Die Fahrbahn westlich der Ausfahrt Tribsees war Ende September mehrere Meter tief abgebrochen. Wenig später musste die gesamte Autobahn beidseitig gesperrt werden. Der Grund für das Desaster ist eine große Torflinse unter der Autobahn. Was genau im Boden geschehen ist, ist weiter unklar. Spekuliert wird über die Verwendung zu schwacher Stützen, nicht überprüfter Techniken oder schlicht Fehlkalkulationen.

„Der ganze Damm ist in Bewegung“, meint auch Hartmut Kolschewski, parteiloser Bürgermeister der anliegenden Gemeinde Lindholz. „Das Loch ist jetzt doppelt so lang, wie es einmal war.“ Zum Glück gebe es keine neuen Sperrungen entlang der Strecke. Laut Kolschewski solle nun die absturzgefährdete Teilstrecke teilweise oberflächlich abgetragen werden, um ihr die Last zu nehmen. „Was abgebrochen ist, lässt sich viel schwerer räumen“, erklärt der Bürgermeister. Inzwischen steht der Zeitplan für die europäische Ausschreibung von Planungsleistungen für die Reparatur. Wie eine Ministeriumssprecherin sagte, können sich Firmen bis zum 22. Februar  für die Instandsetzung der Dammabsackung bewerben. Wenn alles klappt, könne der Zuschlag voraussichtlich im Juni erteilt werden.

Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) war jüngst von einer vollständigen Wiederherstellung der Autobahn bis zum Jahr 2021 ausgegangen. Pegel hatte weiter gesagt, dass knapp 800 Meter A20 rückgebaut und danach als Brückenbauwerk mit einer Tiefe von 20 Metern neu errichtet werden müssen. Nun stellte sich jedoch heraus, dass die sogenannten CSV-Säulen (Trockenmörtelsäulen) auch in einem etwa 100 Meter langen Abschnitt östlich der Brücke verwendet wurden.

 „Es wird zurzeit geprüft, ob und wieweit diese Gründung ebenfalls geschädigt ist. Da aber selbst, wenn sie es nicht ist, ungewiss ist, ob und wie lange sie anhalten wird, wird dieser Dammabschnitt im Rahmen der Gesamtmaßnahme miterneuert.“

Chronologie

27. September 2017: Weil die Fahrbahn auf dem moorigen Untergrund absackt, wird die A 20 bei Tribsees zunächst in Richtung Westen gesperrt.

27. Oktober:  Die  Autobahn 20 wird aus Sicherheitsgründen vollständig gesperrt. Seitdem wird der Verkehr über die Dörfer umgeleitet. Die Menschen dort sind genervt.

5. Dezember:  Die zur Überbrückung der Abbruchstelle geplante Behelfsbrücke kann  nicht gebaut werden.  Verkehrsminister Christian Pegel (SPD)  teilt mit, dass ein Baugrund-gutachten dem Restdamm eine zu geringe Tragfähigkeit attestiert.

15. Dezember: Verkehrsminister  Pegel zerstört Hoffnungen auf einen ganz schnellen Bau der Behelfsumfahrung um die abgesackte Stelle.  Die derzeit favorisierte Wiederherstellung der alten Baustraße werde nicht vor Sommer 2018 zu realisieren sein, sagt er im Landtag.

22. Januar 2018: Das Verkehrsministerium rechnet mit einer vollständigen Wiederherstellung der Autobahn A20 bei Tribsees bis zum Jahr 2021. Faktisch werden  knapp 800 Meter A20 rückgebaut und danach als Brückenbauwerk mit etwa  800 Meter Länge und über 20 Meter Höhe – hier besser Tiefe – neu errichtet, teilte das Ministerium mit.

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