Mecklenburg-Vorpommern : Lkw-Diebstahlserie hält Polizei in Atem

Von einem Betriebshof in Gägelow wurde dieser Lkw samt Auflieger gestohlen. Der Fahrer wollte nach Schweden.
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Bereits vor einiger Zeit wurde auch dieser Lkw gestohlen. (Symbolbild)

Zehn Taten in wenigen Wochen. LKA: Gut organisierte Banden unterwegs

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15. Mai 2017, 21:00 Uhr

Die Serie von Lastwagen-Diebstählen in Mecklenburg-Vorpommern reißt nicht ab. Am Wochenende verschwand ein mit Butter, Sahne und Magerquark beladener Sattelauflieger in Waren an der Müritz. „Der Kühlauflieger war am Sonnabend ohne Zugmaschine in der Nähe einer Molkerei abgestellt worden“, sagte Nicole Buchfink vom Polizeipräsidium Neubrandenburg. Gestern Morgen sei der Diebstahl gemeldet worden. Der Schaden wird auf 59   000 Euro geschätzt. Die dreisten Diebe müssen mit einer eigenen Zugmaschine gekommen sein, den Trailer angekoppelt und weggefahren haben.

In Neubrandenburg stahlen Diebe am Wochenende auf dem Gelände einer Bäckerei einen rosa lackierten Lieferwagen. Schaden 40   000 Euro. Seit Mitte Februar verschwanden bereits zehn Laster oder Sattelauflieger im Nordosten – die meisten waren beladen. So stahlen Unbekannte Anfang Mai einen Lkw mit einer Ladung hochwertiger medizinischer Geräte im Wert von mehreren Hunderttausend Euro in Güstrow. Zuvor waren im Februar ein Kühllaster in Lübz (Kreis Ludwigslust-Parchim) im Wert von 120    000 Euro und eine 100   000 Euro teure Zugmaschine mit Auflieger in Bentwisch bei Rostock verschwunden. Vom Bentwischer Laster und bei anderen Lkw-Diebstählen hatten Besitzer später ein letztes GPS-Signal aus Osteuropa erhalten.

Im Landeskriminalamt (LKA) beobachtet man das Treiben mit Sorge. „Wegen des betriebenen hohen logistischen und technischen Aufwands gehen wir davon aus, dass gut organisierte Banden unterwegs sind“, erklärte LKA-Sprecher Michael Schuldt. Eingebaute Geräte zur Ortung der Laster würden häufig von den Dieben gekonnt lahmgelegt. Dennoch gibt es auch Erfolge. Der Lübzer Lkw wurde wenige Tage nach der Tat mit falschem Kennzeichen in Polen entdeckt und von der dortigen Polizei sichergestellt.

Der Landesverband Spedition und Logistik MV rät seinen Mitgliedern inzwischen dringend, Laster nur noch auf abgeschlossenen Betriebshöfen abzustellen. „Das ist auch eine Frage des Versicherungsschutzes für die Fuhrunternehmen“, sagte Verbandspräsident Rolf Kröger. Die Diebstähle seien für die Branche zu einem Riesenproblem geworden. Der Verband versucht, mit Aufklärungskampagnen präventiv zu wirken.

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