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Mecklenburg-Vorpommern

18. Dezember 2017 | 23:31 Uhr

LKA: Romys Spenden nicht im Visier

vom

svz.de von
erstellt am 27.Aug.2013 | 11:52 Uhr

Schwaan/Rostock | Wird die Spendenaktion für die herzkranke kleine Romy-Charlott Urban aus Schwaan genutzt, um Geld zu waschen? Auf Facebook, wo das Schicksal der knapp Zweijährigen und ihrer Eltern seit knapp drei Wochen heiß diskutiert wird, machen entsprechende Gerüchte die Runde, die so weit gehen, dass von diesbezüglichen Ermittlungen durch das Landeskriminalamt (LKA) die Rede ist.

Ihm seien Gerüchte zugetragen worden, dass solche Ermittlungen ins Haus stehen könnten, bestätigt der Rostocker Rechtsanwalt Sven Rathjens, der die Hilfsaktion initiiert hat und auf dessen Namen das Rechtsanwaltskonto für Spenden läuft, gegenüber unserer Redaktion. Bestätigt sei aber noch nichts. Es wäre allerdings auch nicht das erste Mal, dass eine Spendenaktion, in die er involviert wäre, ins Zwielicht gerate, so Rathjens. Das Ganze hätte es schon einmal bei einer Hilfsaktion für die Kinderkrebsstation der Helios Kliniken in Schwerin gegeben. Damals sei das Spendengeld von der Klinikleitung nach wenigen Tagen zurücküberwiesen worden - niemand hätte das genauer erklärt, aber auch damals war die Rede davon, dass Ermittlungen wegen Geldwäsche ins Haus stehen könnten.

Rechtsanwalt Rathjens hat auch eine Erklärung dafür, weshalb dieser Vorwurf immer wieder im Zusammenhang mit Aktionen auftritt, die er mit initiiert hat: "Ich bin Charter-Anwalt der Hells Angels." Ihm sei bewusst, dass das "nicht alles Waisenknaben" seien. Aber man dürfe deshalb nicht alle Motorradrocker über einen Kamm scheren. Und wenn Motorradclubs sich an der Spendenaktion für die kleine Romy beteiligten, könne man nicht einfach unterstellen, dass hier "schmutziges Geld" fließe. Zumal: Zum Gesamtspendenaufkommen von inzwischen bereits über 23 000 Euro hätten Motorradfahrer nur einen kleinen Teil beigetragen - da alle Spender online veröffentlicht würden, könne sich jeder davon ein Bild machen. Ihm tue es sehr leid, dass die vielen Firmen, Organisationen und Einzelspender, die Romy und ihrer Familie helfen wollen, mit ins Zwielicht gerückt würden, so Rathjens.

Das allerdings dürfte jetzt vorbei sein. Woher auch immer die entsprechenden Gerüchte kommen: "Sie sind völliger Unsinn. Es werden definitiv keine Ermittlungen geführt", erklärte LKA-Sprecher Michael Schuldt. Besonders getroffen habe ihn und seine Kollegen der im Internet kursierende Vorwurf, kein Herz für das kleine herzkranke Mädchen zu haben. Denn das sei ganz bestimmt nicht der Fall.

Mehr als 8300 Menschen haben inzwischen auf Facebook (www.facebook.com/EinHerzFuerRomy) ihre Sympathie für die kleine Romy bekundet. Viele haben Hilfe angeboten, denn die Familie kann weder die Fahrtkosten für den Vater, der nur an den Wochenenden zu Lebensgefährtin und Tochter nach Berlin kommen kann, stemmen, noch ist sie allein finanziell dazu in der Lage, die unsanierte Altbauwohnung so in Schuss zu setzen, dass das Kind dort nach einer hoffentlich erfolgreichen Transplantation leben könnte.

Für wenige Tage hatten Romys Mutter Henrike Urban und ihr Partner die Hoffnung, dass eine Transplantation hinausgeschoben oder sogar überflüssig werden könnten. Untersuchungen im Deutschen Herzzentrum Berlin, wo Romy derzeit betreut wird, sollten zeigen, ob das Kunstherz, mit dem Romy derzeit leben muss, wieder entfernt werden kann, weil sich das dadurch entlastete Herz erholt hat. Doch das Ergebnis der Tests war ernüchternd: "Die Pumpen bleiben dran, ihr Herz schafft es einfach noch nicht wieder alleine", lässt Henrike Urban jetzt auf Facebook alle wissen, die Anteil am Schicksal ihrer Tochter nehmen. Doch bleibt sie optimistisch: "In vier Wochen ein neuer Versuch. Ich danke euch für eure Daumen und Schutzengel…"

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