Ab 1. Oktober neue Regeln : Lizenz für Drohnen? Fehlanzeige in MV

Hoch hinauf mit der fliegenden Kamera: Vom Oktober 2017 an brauchen Flugmodelle - und dazu zählen jetzt auch die oft als Drohnen bezeichneten Multicopter - eine Plakette mit Namen und Anschrift des Halters.
Hoch hinauf mit der fliegenden Kamera: Vom Oktober 2017 an brauchen Flugmodelle - und dazu zählen jetzt auch die oft als Drohnen bezeichneten Multicopter - eine Plakette mit Namen und Anschrift des Halters.

Neue Regeln bei unbemannten Fluggeräten. Nordosten schlecht vorbereitet

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28. September 2017, 20:55 Uhr

Drohnen werden auch in Mecklenburg-Vorpommern immer beliebter. Um Unfallrisiken zu senken, gelten ab 1. Oktober neue Regeln beim Umgang mit unbemannten Fluggeräten. Wer eine Drohne mit einem Startgewicht von mehr als zwei Kilogramm etwa für Fotos oder Videos aufsteigen lassen will, braucht künftig eine Lizenz und muss spezielle Kenntnisse nachweisen. Landesverkehrsminister Christian Pegel (SPD) lobt die neuen Vorschriften aus dem Bundesverkehrsministeriums: „Ich halte die Pflicht zum Nachweis der Kenntnisse für sinnvoll.“

Es gibt aber einen Haken. Trotz Vorschrift ist die Lizenz für kommerzielle Drohnen in Mecklenburg-Vorpommern nicht erhältlich. „Es gibt bislang keine vom Luftfahrtbundesamt anerkannte Ausbildungsstätte im Land“, bestätigte eine Sprecherin der Bundesbehörde auf Anfrage unserer Redaktion. Grund seien fehlende Bewerber für die Zertifizierung als anerkannte Ausbildungsstelle, hieß es.

Wer die vorgeschriebene Lizenz haben will, muss sich also in Hamburg, Berlin oder Braunschweig ausbilden und prüfen lassen. Das Problem ist im Schweriner Verkehrsministerium bekannt. „Die Ausbildung erfolgt auf privatwirtschaftlicher Basis, das Ministerium hat darauf keinen Einfluss“, sagte eine Sprecherin. Personen, die ihr mehr als zwei Kilogramm schweres Fluggerät allerdings nicht kommerziell und ausschließlich als Hobby nutzen wollen, können die Lizenz auch bei einem Flugsportverband erlangen. Wer ohne Drohnen-Führerschein erwischt wird, muss mit einer saftigen Geldstrafe rechnen.

Drohnen sind nach wie vor auch in Mecklenburg-Vorpommern kommerziell ein Renner. Mehr als 70 Allgemein- und Einzelgenehmigungen erteilte das Verkehrsministerium allein im ersten Quartal 2017. Mehr als 300 waren es im vergangenen Jahr. Eine Genehmigung war bis dahin nur dann notwendig, wenn das Gerät gewerblich genutzt wurde oder aber mehr als fünf Kilogramm wog. Die Gesamtzahl der meist als Quadrokopter mit vier Propellern und als Hobby betriebenen Fluggeräte ist weit größer.

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