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Kontroverse Theaterdebatte im Landtag : Linke wirft Brodkorb Nötigung vor

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Insellösungen statt eines Gesamtkonzepts für alle Theater und Orchester im Land, politische Nötigung und Erpressung statt einer fairen Partnerschaft zwischen Land und Kommunen.

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erstellt am 06.Sep.2013 | 11:17 Uhr

Schwerin | Insellösungen statt eines Gesamtkonzepts für alle Theater und Orchester im Land, politische Nötigung und Erpressung statt einer fairen Partnerschaft zwischen Land und Kommunen - die Links-Opposition im Landtag teilte gestern kräftig gegen die Theaterpolitik von Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD) aus. "Anstatt konzeptionell und systematisch an der Zukunft aller Standorte im Land zu arbeiten, betreibt die Landesregierung ein kurzatmiges Krisenmanagement", sagte Torsten Koplin, Sprecher für Kulturpolitik der Links-Fraktion. In der Folge würden lediglich Insellösungen für einzelne Standorte angeboten, die auch noch gegeneinander ausgespielt werden. "Da werden Verhandlungen angeboten, aber die Ergebnisse gleich mit angesagt: Vo raussetzungen für Unterstützung sind Entlassungen, tarifliche Herabstufungen und Spielplanausdünnung."

Koplin warf Brodkorb und der Landesregierung vor, die Hansestadt Rostock und das Volkstheater dauernd zu nötigen und für seinen Aussteig aus Brodkorbs Reform mit Entzug von Landesförderung zu bestrafen. Der öst liche Landesteil bleibe bei den Verhandlungen völlig außen vor. Kurz und gut: Die Zukunft der Theater und Orchester im Land ist nach Ansicht der Linken nach wie vor nicht gesichert. Sie forderte einen Theatergipfel und eine gleichberechtigte Zukunft für alle Häuser.

Innenminister Lorenz Caffier (CDU), der die Rede des erkrankten Kultusministers Mathias Brodkorb (SPD) verlas, verwies darauf, dass das Land erstmals seit 1990 bereit sei, in die Trägerschaft von Theatern einzutreten. Auch eine Dynamisierung der Mittel sei nach der Reform angedacht. Nach den jetzigen Eckpunkten der Theaterfinanzierung für 2014/15 sollen erneut pro Jahr 35,8 Millionen Euro Fördermittel zur Verfügung stehen. Die Träger - die Kommunen - sollen zum 1. Januar 2014 Zuweisungen von 10,9 Millionen Euro erhalten, die unter anderem nach der Einwohnerzahl verteilt würden. Darüber hinaus stünden dem Kultusministerium 24,9 Millionen Euro für die Bildung langfristig tragfähiger Theater- und Orchesterstrukturen zur Verfügung. Ein Erlass dazu, wie diese Mittel verteilt werden sollen, sei in Arbeit. Caffier warf Koplin seinerseits vor, in den acht Regierungsjahren von Rot-Rot gar kein Theaterkonzept auf den Tisch gelegt zu haben. Er kündigte an, dass schon am heutigen Donnerstag im Kultusministerium ein Kooperationsvertrag zwischen dem Land und den Theaterträgern im östlichen Landesteil erarbeitet werde. Für alle Theaterstandorte würden dieselben Bedingungen gelten, es werde aber keine Einheitslösung vorgegeben.

Ulrike Berger, Bündnisgrüne, warf der Landesregierung vor, gegen die "Interessen der Kulturschaffenden" zu arbeiten. Ihre Fraktion schloss sich dem Antrag der Linken an, der aber von der Koalition abgelehnt wurde.

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