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Wahl in Schwaan : Linke und CDU kämpfen gemeinsam

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In der Landespolitik sind sie erbitterte Kontrahenten. Doch in Schwaan zieren ihre Parteilogos ein und dasselbe Wahlplakat: CDU und Linke wollen, dass die parteilose Wiebke Eckart am Sonntag Bürgermeisterin wird.

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erstellt am 27.Jan.2012 | 08:05 Uhr

Schwaan | In der Landespolitik sind die CDU und die Linke erbitterte Kontrahenten. Doch im kleinen Städtchen Schwaan in Mecklenburg-Vorpommern zieren ihre Parteilogos ein und dasselbe Wahlplakat: Die lokalen Verbände beider Parteien wollen, dass Wiebke Eckart (parteilos) am Sonntag Bürgermeisterin wird. Schwarz und Rot schicken eine gemeinsam Kandidatin in das Rennen um das Amt. "Die parteiübergreifende Personalie ist kein Phänomen, das ich hervorgebracht habe, sondern das wird in Schwaan schon seit vielen Jahren gelebt", winkt Eckart ab.

Die Fraktionen von CDU und Linke im Stadtparlament von Schwaan hätten sich auch schon früher gegenseitig unterstützt, erzählt Eckart. "Es geht um eine gute Kommunalpolitik und weniger um die individuellen Unterschiede zwischen zwei Parteien", findet die 46-Jährige. Ohnehin spielten diese eine immer geringere Rolle, glaubt Eckart. "Man kann Parteien nicht mehr wirklich auseinanderhalten. Sie unterscheiden sich kaum", sagt die Kommunalpolitikerin.

Ihren Hut habe sie nicht selbst in den Ring geworfen, sagt Eckart. Die gebürtige Rostockerin leitet die Filiale der Volks- und Raiffeisenbank in Schwaan, wohnt aber nicht in der Stadt. Deshalb habe sie zunächst gedacht, sie komme für den Posten nicht infrage. Die CDU habe sie dann aber überzeugt, zu kandidieren.

"Diese neue Herausforderung reizt mich so sehr, dass ich mir Gedanken gemacht habe, wie ich eine deutliche Wählermehrheit für mich gewinnen kann", erzählt sie. Mit dem Einverständnis der CDU sei sie deshalb auf die Linke, die zweitgrößte Fraktion im Schwaaner Stadtparlament, zugegangen. Nun werben beide Parteien für Eckart, die den amtierenden Bürgermeister Peter Faix (CDU) beerben soll. Dessen Amtszeit endet am 31. März. Für den Landesgeschäftsführer der Linken in Mecklenburg-Vorpommern, Kay Spieß, ist eine gemeinsame Kandidatin unproblematisch. "Auf der kommunalen Ebene gibt es keine klaren Parteiengrenzen", sagt Spieß. "Es geht wirklich um die Interessen der Einwohner von Schwaan. Da ist Wiebke Eckart aus unserer Sicht und der der CDU die erste Wahl." Auch in Schwerin habe die Vorläuferpartei der Linken, die PDS, gut mit der CDU zusammengearbeitet. In den höheren Ebenen der CDU herrscht dagegen Schweigen. Ein Sprecher des Landesverbandes wollte sich auf dapd-Anfrage nicht zu der außergewöhnlichen Koalition mit den Linken äußern.

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