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Helmut Holter ist Spitzenkandiat : Linke setzt auf Emotionen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Kampagnenstart zur Landtagswahl / Gysi, Ramelow und Riexinger kommen nach MV

Es könnte eine Werbung für Aftershave sein, handelt sich aber um Wahlkampf: Der Spitzenkandidat der Linken, Helmut Holter, lächelt perfekt ausgeleuchtet und mit offenem Hemdkragen vor schwarzem Hintergrund. „Aus Liebe zu M-V“ steht Weiß auf Rot daneben und ein Herzchen wurde auch nicht vergessen.

Die drittstärkste Kraft im aktuellen Landtag setzt im bevorstehenden Wahlkampf stärker als früher auf Emotionen. Das kündigten Holter und die Landesvorsitzende Heidrun Bluhm bei der Präsentation der Kampagne gestern in Schwerin an. Eröffnet werden soll sie heute mit einer Kundgebung in Rostock-Warnemünde. Ab Montag sollen die Plakate hängen. Gewählt wird am 4. September.

Mehr Unterhaltung gehört ebenso zum Wahlkampf-Konzept 2016. So soll im August ein 14 Meter langer Showtruck mit ausklappbarer Bühne die Kreisstädte anfahren. An Bord sind Kandidaten, Prominenz der Bundespartei und eine Musikband. An Prominenz sind unter anderem der Bundesvorsitzende der Linken, Bernd Riexinger, und Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow vorgesehen. Gregor Gysi wird am 1. und 2. September zu insgesamt sechs Auftritten erwartet, wie Linken-Landesgeschäftsführer Kay Kröger sagte.

Laut Bluhm und Holter ist es „eine andere Art des Wahlkampfes“ in diesem Jahr. Das Land müsse neu und anders gedacht werden. Die AfD – eine Umfrage sah sie jüngst bei 19 Prozent – sei auch eine Herausforderung. Bluhm äußerte sich zu den Wahlaussichten der Linken optimistisch. In den jüngsten Umfragen sei ein Trend leicht nach oben zu beobachten gewesen, sagte sie. Die vorerst letzte Umfrage sah die Linke bei 17 Prozent. Bei der Landtagswahl 2011 hatte die Partei 18,4 Prozent der Stimmen erhalten und die drittstärkste Fraktion im Landtag nach SPD und CDU gestellt.

Zu den Kernforderungen, die im Wahlkampf der nächsten Wochen transportiert werden sollen, gehört die nach gleichen Chancen für den Ost- und den Westteil des Bundeslandes. „Dafür steht der Bindestrich zwischen dem M und dem V auf unseren Plakaten“, sagte Holter. „Im Landesosten sagt man, in Schwerin wisse man gar nicht, wie man Penkun oder Pasewalk schreibt.“ Weitere Forderungen betreffen die schrittweise Befreiung der Eltern von Kita-Beiträgen und 2500 zusätzliche Pflegekräfte.

Mehr als 300 000 Postkarten für die Briefwahl sollen verteilt werden, da der Wahltag auf den letzten Sonntag der Sommerferien fällt. „Es ist der erste Wahlkampf, der nur in der Ferienzeit stattfindet“, sagte Bluhm.

Die Kampagne der Linken kostet ihren Angaben zufolge etwa eine halbe Million Euro.

Iris Leithold

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