Neues Konzept : Linke mit Doppelspitze gegen Überalterung

Auf Wiedersehen Berlin:  Einst gründete Oskar Lafontaine die Linke mit, nun will der 69-Jährige nicht bei der Bundestagswahl antreten.
 

Wie keine andere Partei leidet die Linke unter der Überalterung ihrer Mitglieder. Das will die Partei nun ändern.

svz.de von
01. Mai 2017, 21:00 Uhr

Die Linke in Mecklenburg-Vorpommern hat den Weg für eine Doppelspitze freigemacht. Damit könne sich die Partei besser um die unterschiedlichen Interessen der Menschen im Land kümmern, hieß es am Sonnabend beim Landesparteitag in Rostock, der die Satzungsänderung mit deutlicher Mehrheit beschloss. Bislang haben der 54 Jahre alte Landtagsabgeordnete Torsten Koplin und die 32 Jahre alte Politologin Wenke Brüdgam ihre Kandidatur erklärt. Die Wahl der neuen Parteispitze ist für November in Neubrandenburg angesetzt.

Hintergrund der neuen Aufstellung ist das inzwischen bei 68 Jahren liegende durchschnittliche Mitgliedsalter und die schwindende Zahl von Mitgliedern. Derzeit tragen noch rund 3800 Menschen ein Parteibuch, vor etwa zehn Jahren waren es noch 6000. Die seit Anfang des Jahres gewonnenen und meist jungen mehr als 30 Leute reichten nicht aus, um den Bedarf zu decken, sagte Koplin. Es müsse verstärkt um junge Mitglieder geworben werden. „Das muss gelingen, sonst können wir bald einpacken.“ Koplin betonte: „Wir brauchen eine neue Art der Ansprache.“ Mit der bisherigen Parteiarbeit seien die Jungen kaum zu gewinnen. Die Partei müsse sich fragen, welche Bedingungen junge Menschen brauchen, um politisch zu arbeiten. Die Antwort darauf seien etwa Jugendfreizeiten und moderne Formen der politischen Bildung. „Politische Arbeit und jugendlicher Frohsinn müssen zusammenpassen. Dafür müssen wir die Ressourcen zur Verfügung stellen“, erklärte er. Dazu gehörten auch Alternativen zu traditionellen Infoständen. Spitzenkandidat Dietmar Bartsch rief seine Partei auf, weniger an Formulierungen in Programmen zu feilen, sondern Parteitagsbeschlüsse abzuarbeiten und den Menschen im Land zu sagen, was die Partei kann.

Joachim Mangler

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