Politik : Linke: Kindertag soll Feiertag werden

Der 31. Oktober ist dieses Jahr in ganz Deutschland ein Feiertag.
Der 31. Oktober ist dieses Jahr in ganz Deutschland ein Feiertag.

Opposition sieht Mecklenburg-Vorpommern bei freien Tagen benachteiligt.

svz.de von
11. März 2018, 20:45 Uhr

Die Linke kämpft weiter gegen die Benachteiligung des Nordens gegenüber dem Süden bei der Zahl der Feiertage. In einem Gesetzentwurf, über den am Mittwoch der Landtag in Schwerin abstimmt, schlägt die Oppositionspartei den Internationalen Kindertag am 1. Juni als zusätzlichen arbeitsfreien Feiertag für Mecklenburg-Vorpommern vor. Die Chancen auf Umsetzung stehen allerdings schlecht. Schon bei der Gesetzeseinbringung im Dezember hatte sich eine deutliche Mehrheit des Parlaments dagegen ausgesprochen, den Entwurf in den Landtagsausschüssen überhaupt zu erörtern. Als Hauptgrund für die Ablehnung wurde die Sorge um Einbußen für die Wirtschaft genannt.

Der Linken-Abgeordnete Henning Foerster appellierte an die Parlamentarier, die Chance auf einen Zugewinn an Freizeit insbesondere auch für Familien nicht ungenutzt verstreichen zu lassen. „Auf der Konferenz der norddeutschen Regierungschefs in Februar haben sich alle Länder dafür ausgesprochen, die große Ungleichheit bei den Feiertagen zwischen Nord- und Süddeutschland zu schließen“, erklärte Foerster. Schleswig Holstein und Hamburg hätten den Weg für einen zusätzlichen Feiertag frei gemacht, in Bremen habe es in erster Lesung Zustimmung gegeben und auch Niedersachsen sei bereits auf dem Weg zu einem zusätzlichen Feiertag, sagte er.

Die Ministerpräsidenten der Nordländer hatten sich im Februar darauf verständigt, den Reformationstag am 31. Oktober als zusätzlichen Feiertag anzustreben. Entscheiden darüber müssen die Landesparlamente. In MV ist dieser Tag bereits arbeitsfrei. Damit hat der Nordosten zehn gesetzliche Feiertage, einen mehr als seine westlichen Nachbarn. Baden-Württemberg und das Saarland haben allerdings 12 Feiertage, Bayern sogar 13, vier weitere Länder immerhin 11.

„Aus unserer Sicht arbeiten die Menschen in MV genauso hart wie die in Bayern oder Baden-Württemberg. Warum also haben sie weniger Anspruch auf Erholung, Besinnung und zusätzliche Zeit für Freunde und Familie?“, fragte Foerster, wirtschaftspolitischer Sprecher der Linksfraktion. In MV werde am meisten gearbeitet und am wenigsten verdient, sagte er unter Hinweis auf vergleichsweise lange Wochenarbeitszeiten und eine weiterhin geringe Tarifbindung im Land. „Dies lässt sich nicht mal eben durch eine Parlamentsdebatte und den dazu passenden Beschluss ändern“, stellte Foerster fest. Für einen zusätzlichen Feiertag sei dagegen „nur der politische Wille und ein einziger Beschluss im Landtag erforderlich“.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen