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Mecklenburg-Vorpommern : Linke fordert längere Schulpflicht

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ist die Zahl der Schulabbrecher in MV noch signifikant zu senken? Bildungsminister Brodkorb meint Nein. Die Bildungspolitikerin der Linken, Oldenburg, widerspricht und fordert eine längere Schulpflicht.

Die Bildungspolitikerin der Linken, Simone Oldenburg, hat eine Verlängerung der Schulpflicht in Mecklenburg-Vorpommern von neun auf zehn Jahre gefordert. Damit könne die im Deutschlandvergleich sehr hohe Quote von Schulabgängern ohne anerkannten Abschluss im Nordosten gesenkt werden, sagte Oldenburg der Deutschen Presse-Agentur.„All jene Bundesländer, die eine zehnjährige Schulbesuchsdauer haben, sind wesentlich erfolgreicher als wir“, sagte Oldenburg. Dazu gehöre Nordrhein-Westfalen. Dort verließen im Jahr 2014 nur 6,2 der Abgänger die Schule ohne Berufsreife. Thüringen, wo laut Oldenburg ebenfalls eine zehnjährige Schulpflicht gilt, schnitt mit 7,2 Prozent im Osten am besten ab. In Mecklenburg-Vorpommern verließen hingegen 2014 wie auch im Jahr darauf 8,4 Prozent der Jugendlichen die Schule, ohne die Berufsreife in der Tasche zu haben.

Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) hatte vergangene Woche bezweifelt, dass der Anteil der Schulabgänger ohne Berufsreife noch deutlich gesenkt werden kann - es sei denn, das Anforderungsniveau werde verringert. Das komme für ihn aber nicht in Frage. Oldenburg kritisierte Brodkorbs Haltung. „Der Minister versteckt sich hinter vermeintlich sehr hohen Anforderungen in Mecklenburg-Vorpommern“, sagte sie. Das stimme so nicht. Selbst mit mehreren „Mangelhaft“, also Note 5, im Zeugnis bekämen die Jugendlichen den Abschluss der Berufsreife.„Die Schüler brauchen Unterstützung durch einen längeren Schulbesuch und individuelle Begleitung und Förderung“, sagte Oldenburg. Die Schulen benötigten eine bessere Stundenausstattung zur Förderung der Kinder.

Brodkorb kündigte Maßnahmen für eine bessere Förderung der Schüler an Regionalschulen an. Details sollen am Freitag bekanntgegeben werden, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Oldenburg warf er wegen ihrer Forderung nach zehn Jahren Schulpflicht vor, Jugendliche zwangsbeschulen zu wollen. „Zehn Prozent der Schüler machen die Berufsreife und wollen danach die Schule verlassen. Wozu sollen sie noch ein Jahr bleiben?“, sagte er. Wer die Berufsreife in neun Schuljahren nicht schaffe, für den gebe es bereits jetzt verschiedene Angebote, wie das zehnte freiwillige Schuljahr an Förderschulen oder das Projekt 9+ an Regionalschulen. Bei diesem Projekt müssen die Schüler nur die Fächer wiederholen, in denen sie die Anforderungen der neunten Klasse im ersten Anlauf nicht geschafft haben. In der freien Zeit absolvieren sie Praktika.

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