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Regionale Studie : Linie für Lübz Weg in die Zukunft klar

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Die Stadtvertreter haben am Mittwoch das "Integrierte Stadtentwicklungskonzept" (kurz ISEK) als Handlungs- und Entscheidungsgrundlage für die künftige Entwicklung der Stadt einstimmig beschlossen.

svz.de von
erstellt am 09.Mär.2012 | 10:15 Uhr

lübz | Die Stadtvertreter haben am Mittwochabend das "Integrierte Stadtentwicklungskonzept" (kurz ISEK) als Handlungs- und Entscheidungsgrundlage für die künftige Entwicklung von Lübz einstimmig beschlossen. Die Stadt hatte die 2010 vorgelegte Studie in Auftrag gegeben. "Sie setzt sich sowohl mit Stärken wie Schwächen unserer Region auseinander, wobei das gesamte Amt einbezogen wurde/wird", sagt Bürgermeisterin Gudrun Stein. "Für mich ist besonders wichtig, dass es bei der Erarbeitung des Konzeptes Workshops gab, in denen neben der Verwaltung auch Bürger aus allen gesellschaftlichen Bereichen mitgewirkt haben. So ließ sich ein Bild davon gewinnen, wie hier lebende Menschen ihr Lebensumfeld betrachten. Es war gesichert, nicht nur über sie, sondern mit ihnen zu sprechen."

Als Ziele im Bereich Wirtschaft und Tourismus weist das Papier unter anderem aus, den Gesundheitstourismus mit der Zielgruppe 50+ zu profilieren, den Nutzen der Elde zu touristischen Zwecken zu verstärken (als Maßnahme aufgeführt ist, einen Betreiber für einen Sportboothafen im Industriehafen zu finden), Serviceleistungen im Radtourismus auszubauen, touristische Angebote in der Region zu vernetzen, ein neues "Energiemanagement" zu schaffen (Hinweis auf die Nutzung regenerativer Energien durch die Stadtwerke) und lokale wie regionale Wirtschaftsakteure in touristische Aktivitäten einzubeziehen. Speziell genannt ist hier die Brauerei, die mit Werksbesichtigungen, Verköstigungen und Hinweisschildern mehr auffallen soll. Dass Lübz im Vergleich zu vielen anderen Städten wirtschaftlich "gut und stabil aufgestellt" sei, könne sich bei der Entwicklung positiv auswirken.

"Die festgehaltenen Leitlinien wirken sich künftig auf die Arbeit der Verwaltung wie der Stadtvertreter aus", so die Bürgermeisterin. "Wenn künftig zum Beispiel beschlossen wird, ein Projekt anzugehen, ist immer nachzuweisen, dass wir dabei das ISEK berücksichtigt haben. Unabhängig von dem Nutzen an sich wird es außerdem in Zukunft kaum möglich sein, ohne solch eine handfeste Handlungsgrundlage noch Fördermittel zu bekommen."

Im ISEK aufgeführte Ziele sind unter anderem, alle Schulzweige und Kinderbetreuungseinrichtungen zu bewahren, dem Fachärztemangel entgegen zu wirken, Jugendliche in Lübz zu halten, dem Wohnungsleerstand entgegen zu wirken, den ÖPNV auszubauen, kulturelle Angebote zu verbessern und Bürger zum aktiven Gestalten der Stadt zu motivieren. Sich aus all dem ergebende konkrete Maßnahmen sind zum Beispiel, ein einheitliches Parkkonzept für die Innenstadt zu schaffen, die Zusammenarbeit zwischen Schule, Trägern, Kirche und Vereinen zu verstärken, das Mehrgenerationenhaus zu erhalten, alternative Wohnkonzepte zu entwickeln, einheitliche Ladenöffnungszeiten in der Innenstadt zu schaffen, den Nahverkehrsplan zu analysieren, Vereine und Verbände finanziell wie materiell zu unterstützen und für einen regelmäßigen Austausch zwischen ihnen und der Politik sowie Verwaltung zu sorgen.

Als "Schlüsselprojekte" nennt das Konzept letztlich den "Tourismusfaktor Elde", die Sicherung des Schulstandortes, "Wohnen in der Zukunft", die Aktivierung der Krankenhausbrache, den "Förderpool Lübzer Vereine" und das Naherholungsgebiet "Neuer Teich". Sich daraus ergebende Maßnahmen könnten demnach zum Beispiel der Ausbau des Industriehafens zu einem Sportboothafen mit eventueller Erweiterung des Beckens, der Abbruch einer Doppelgebäudehälfte der Regionalen Schule, das Erstellen eines Baulücken- und Leerstandkatasters in der Altstadt, die Schaffung eines jährlich stattfindenden "Runden Tisches" zwischen Vereinsvorsitzenden, städtischen Vertretern und Gewerbeverein sowie die Herrichtung des Wanderwegenetzes am "Neuen Teich" und die Einbindung der Schul- und Projektarbeit "Grünes Klassenzimmer" sein.

Das Konzept, das als größte Herausforderung die Meisterung des demographischen Wandels nennt (durchschnittlich immer älter werdende Bevölkerung bei sinkenden Einwohnerzahlen), könne jeder Interessierte während der Öffnungszeiten im Rathaus einsehen. Es sei zudem möglich, sich beraten zu lassen und mit den Mitarbeitern der Verwaltung ins Gespräch zu kommen, so Gu-drun Stein. Viele Bestandteile des Konzeptes gab es auch schon vorher, aber in der Regel getrennt voneinander in verschiedenen Abteilungen, so dass sie für eine umfassende Information immer aufwändig zusammengesucht werden mussten, was jetzt entfalle. Auf so fundierter Basis sei es ungleich leichter, die Zukunft in die Hand zu nehmen. "Wir haben versucht, uns auf die Realitäten zu konzentrieren", sagt die Bürgermeisterin. "Zur Ehrlichkeit gehört, dann auch die Schwächen einzubeziehen."


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