Produktion läuft weiter : „Lila Bäcker“ stellt Insolvenzantrag

Die Gründe für die massiven finanziellen Probleme lägen bei den Vorgängern der jetzigen Geschäftsführung. Die Löhne der 2700 Beschäftigten sind bis Ende Februar sicher.

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15. Januar 2019, 19:19 Uhr

Die Bäckereikette „Lila Bäcker“ hat beim Amtsgericht Neubrandenburg Insolvenzantrag gestellt, will das Verfahren aber in Eigenverwaltung abarbeiten. Das Gericht habe einem entsprechenden Antrag zugestimmt, teilte das in Pasewalk (Landkreis Vorpommern-Greifswald) ansässige Unternehmen mit.

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Geschäftsführung bleibe voll handlungsfähig

Die Produktion und der Verkauf in den rund 400 Filialen in Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Brandenburg und Schleswig-Holstein liefen weiter. Die Geschäftsführung bleibe voll handlungsfähig, werde aber vom Sanierungsexperten Jan Markus Plathner unterstützt.„Durch das gesetzliche Verfahren erhalten wir sehr frühzeitig Unterstützung bei unserer Sanierung und bleiben - trotz des offiziellen Verfahrens - ein zuverlässiger und leistungsstarker Geschäftspartner“, erklärte Geschäftsführer Stefan Blaschak. Er machte strukturelle Defizite und unverantwortliches Handeln der früheren Geschäftsführung für die finanzielle Schieflage der Kette verantwortlich. Blaschak äußerte die Erwartung, dass Lieferanten, Mitarbeiter und Kunden der Kette die Treue halten.

Die Staatsanwaltschaft Schwerin hatte Mitte Dezember Wohn- und Geschäftsräume von Mitgliedern der ehemaligen Konzernspitze durchsuchen lassen. Gegen die ehemaligen Verantwortlichen werde wegen Untreue und dem Vorenthalten und Veruntreuen von Sozialversicherungsbeiträgen ermittelt.

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Die Bäckereikette hatte Anfang 2018 die Kuchenproduktion in Dahlewitz bei Berlin, Gägelow und Pasewalk geschlossen und nach Neubrandenburg verlagert. Als Gründe wurden ein verschärfter Wettbewerb und gestiegene Kosten genannt. Rund 220 der 2700 Mitarbeiter erhielten eine Kündigung, wogegen einige von ihnen gerichtlich vorgehen.

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