Prozess Neubrandenburg : „Lila Bäcker“-Entlassungen - Richter bezweifelt Rechtmäßigkeit

Gericht in Neubrandeburg hegt Zweifel an den Kündigungen bei der Bäckerei-Kette.

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14. November 2018, 18:10 Uhr

Das Arbeitsgericht Neubrandenburg hat Zweifel an der Rechtmäßigkeit einiger Entlassungen bei der Kette „Lila Bäcker“ (Pasewalk). Mit Blick auf zwei 55 und 60 Jahre alte ehemalige Mitarbeiter erklärte der Richter der zuständigen Kammer am Mittwoch, die Klagen hätten gute Aussichten auf Erfolg.

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Die beiden Männer waren 39 und 15 Jahre bei der Firma. Sie waren auch von Rügen mit nach Gägelow bei Wismar gegangen und verlangen mindestens eine übliche Abfindung in fünfstelliger Höhe, die ihnen das Unternehmen bisher verweigert. Außerdem verhandelte das Gericht Klagen gegen Entlassungen von vier weiteren ehemaligen Angestellten, die zum Teil in Dahlewitz bei Berlin angestellt waren.

Filialen in MV, Brandenburg und Berlin betroffen

Die Bäckereikette, die eigentlich „Unser Heimatbäcker“ heißt, hatte im Frühjahr die Kuchenproduktion zentralisiert. Betriebsteile in Pasewalk, Gägelow bei Wismar und Dahlewitz bei Berlin wurden geschlossen. Die Geschäftsführung im vorpommerschen Pasewalk hatte 225 von damals etwa 2700 Mitarbeitern gekündigt. Als Grund wurden unter anderem scharfer Wettbewerb und höhere Kosten durch den gesetzlichen Mindestlohn genannt.

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Die Gewerkschaft NGG hatte die Entlassungen scharf kritisiert, die Firma wies dies aber zurück. Die Kette hat nach Angaben der Deutschen Beteiligungs AG (Frankfurt/Main) als Hauptfondsgesellschafter rund 400 Filialen in Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern und rechnet mit 139 Millionen Euro Jahresumsatz.

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