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Mecklenburg-Vorpommern

22. November 2017 | 03:11 Uhr

Studie : Liebe im Alter: die Nähe ist wichtig

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Studie der Rostocker Uniklinik: Im Alter verschieben sich die Prioritäten

Zärtlichkeit scheint im höheren Lebensalter wichtiger als Sex. So das Ergebnis einer zwölfjährigen Langzeitstudie von Projektleiterin Dr. Britta Müller vom Institut für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie der Universität Rostock.

In dieser wertete die Wissenschaftlerin die Daten von Teilnehmern der bevölkerungsbasierten „Interdisziplinären Längsschnittstudie des Erwachsenenalters“ (ILSE) aus. Hierbei wurden individuelle, soziale und ökonomische Bedingungen gesunden Alterns im Zeitraum von 1993-2004 erforscht. Die Ergebnisse zum Thema Sexualität und körperlicher Nähe im Alter wurden gestern veröffentlicht. Sie zeigen, welchen großen Stellenwert Nähe und Zuwendung noch im Rentenalter haben.

91 Prozent der 74-Jährigen Männer und 81 Prozent der gleichaltrigen Frauen räumen ein, dass Zärtlichkeit einen wichtigen Platz in ihrer Partnerschaften einnimmt. „Viele alternde Paare versuchen durch Streicheln, Schmusen, Kuscheln, mitunter auch ritualisiert in Form des morgendlichen Kusses dem wachsenden Bedürfnis gerecht zu werden, sich der gegenseitigen körperlichen Nähe zu versichern“, sagte Dr. Müller. Weniger wichtig erscheint den Befragten der Sex im Alltag: Nur bei 61 Prozent der Männer und 21 Prozent der Frauen ist Sex relevant. Außerdem konnte nachgewiesen werden, dass die Teilnehmer über den gesamten Zeitraum stabile sexuelle Zufriedenheitswerte zeigten, obwohl sich die sexuelle Aktivität mit dem Alter als Folge hormoneller und physischer Veränderungen verringerte. Als Erklärung sieht Müller, dass psychische Anpassungsprozesse bei Menschen in langjährigen Partnerschaften besonders gut gelingen.

Insgesamt wurden 194 Senioren aus Heidelberg, Leipzig und Rostock im Alter von 63, 67 und 74 Jahren befragt. Müller prognostiziert, dass sich Erwartungen und Ansprüche an den eigenen Körper und an den des Partners sich zunehmend verändern werden. Zärtlichkeit würde jedoch, laut Müller, bis ins hohe Alter relevant sein.

 

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