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Schwarze Schar : Liebe, Geld und ein Clubhaus für Rocker

vom

Der Rockerclub Schwarze Schar sorgt für Schlagzeilen. Es geht um Liebe, Geld und fragwürdige Verstrickungen in die Rocker-Szene. Die Geschichte findet Mittwoch vor dem Landgericht Schwerin ihren vorläufigen Höhepunkt.

svz.de von
erstellt am 17.Sep.2013 | 06:06 Uhr

Schwerin/Wismar | Der Rockerclub Schwarze Schar sorgt für Schlagzeilen. Diesmal geht es um Liebe, Geld und fragwürdige Verstrickungen in die Rocker-Szene. Die Geschichte findet heute vor dem Landgericht Schwerin ihren vorläufigen Höhepunkt. Im Zentrum stehen eine Unternehmerin aus Wismar und der Chef der Schwarzen Schar, Philipp Schlaffer. Im Jahr 2009 soll Ines Raum ein Verhältnis mit einem Mann eingegangen sein. Der wiederum mit Philipp Schlaffer bekannt war. Im Laufe der Beziehung lieh die Unternehmerin ihrem Freund Geld, damit sich die Schwarze Schar ein Clubhaus in Gägelow kaufen konnte. Dies wurde mit einem Darlehen geregelt, welches sich über etwa 90 000 Euro beläuft. 2011 soll die Beziehung in die Brüche gegangen sein.

Der Anwalt des Rockerchefs fährt schwere Geschütze auf. Frau Raum versuche, sich als "Gutmensch und Sauberfrau darzustellen, was sie jedoch nicht ist", heißt es in einer Stellungnahme, die unserer Zeitung vorliegt. Doch ihre Glaubwürdigkeit sei kritisch zu hinterfragen. So würden sich Schlaffer und Raum bereits seit 2006 kennen und nicht wie behauptet seit 2009. Um die Rückzahlung des Darlehens zu regeln, war eine Ratenzahlung vereinbart worden, Anfang 2012 wurden 50 000 Euro auf einmal gezahlt. "Dafür wurde in den Kreisen der Schwarzen Schar gesammelt", erklärt der Anwalt von Philipp Schlaffer, Sven Rathjens, auf Nachfrage. In Gänze sei das Geld nicht zurückgezahlt worden. Zu mehr wollte sich Rathjens nicht äußern. Nur so viel: Man sei "selbst erstaunt", dass die Geschichte in der Öffentlichkeit gelandet sei. Auf Vergleichsangebote sei Frau Raum nicht eingegangen. Man warte ab, wie sich die Verhandlung heute gestaltet, so Rathjens. Sollte es keine Einigung geben, könne es "furchtbar für sie werden". Dann würden mehr Dinge auf den Tisch gelegt werden. In der Stellungnahmen kündigt Rathjens kryptisch an, was er meint. "Frau Raum versuchte, ihre sehr guten Kontakte zu Herrn Schlaffer und der Schwarzen Schar zur Durchsetzung eigener Interessen zu nutzen, welches jedoch aufgrund der strafrechtlichen Relevanz dieses Ansinnens abgelehnt wurde."

Das Landeskriminalamt zählt die Schwarze Schar zu den gewaltbereiten Rockerclubs im Land. Viele der Mitglieder waren zuvor in der rechten Szene aktiv. Schlaffer betrieb den Werwolf-Laden in Wismar, in dem Nazi-Devotionalien vertrieben wurden. Vor einigen Wochen nannte sich der Club in Schwarze Schar Nomads um.

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