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Mecklenburg-Vorpommern

18. Dezember 2017 | 10:13 Uhr

Lichtblick im Gebühren-Dschungel

vom

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erstellt am 18.Mai.2010 | 07:00 Uhr

Schwerin | Die Elternbeiträge für den Kindergarten sind bundesweit im Vergleich von 2007/08 zu 2009/10 gesunken - zu diesem Ergebnis kommt die zweite Auflage des Kindergarten-Monitors. Im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft und der Zeitschrift "Eltern" hat das Institut der Deutschen Wirtschaft Köln dafür die Kindergarten-Gebühren in den 100 größten deutschen Städten ermittelt: Betrachtet wurde die kleinste, mögliche Betreuungseinheit - ein Halbtagsplatz - jeweils für zwei Modellfamilien mit einem Kind beziehungsweise zwei Kindern und einem Jahresbruttoeinkommen von 45 000 und 80 000 Euro. Gestern wurden die Ergebnisse in Berlin vorgestellt.

Demnach unterscheiden sich die Kosten von Stadt zu Stadt extrem stark. Einen kostenlosen Kindergarten gibt es mittlerweile in neun Großstädten, auch weil Rheinland-Pfalz als einziges Bundesland seit 2009 den Gratis-Kindergarten ermöglicht: Düsseldorf, Hanau, Heilbronn, Kaiserslautern, Koblenz, Ludwigshafen, Mainz, Salzgitter und Trier. Die für eine Ein-Kind-Familie teuersten Kindergärten stehen in Bremen und Duisburg, wo pro Jahr 1752 Euro (mittleres Einkommen) beziehungsweise 2520 Euro (höheres Einkommen) zu zahlen sind. Die Betreuung von zwei Kindern im Kindergarten kostet in Cottbus und Tübingen mit 2673 Euro (mittlere Einkommen) und 3696 Euro (höheres Einkommen) am meisten.

Die einzigen Städte Mecklenburg-Vorpommerns im Vergleich sind Rostock und Schwerin. Hierzulande unterscheiden sich Kita-Beiträge nicht zwischen mittleren und höheren Einkommen. In der Landeshauptstadt kostet der Halbtagsplatz im Kindergarten pro Jahr laut Monitor 1052 Euro für ein Kind, was einen 81. Platz in der Gruppe der Durchschnittsverdiener und Rang 38 bei den höheren Einkommen bedeutet. Für zwei Kinder sind es pro Jahr 1721 Euro (Plätze 91 und 62). Gleich mehrmals im günstigsten Drittel beim Städte-Ranking taucht Rostock auf mit einem Jahresbeitrag von 628 Euro für ein Kind (Plätze 20 und 16) und 840 Euro für zwei Kinder (Plätze 52 und 27).

"In den ostdeutschen Städten ist die Kindergartenbetreuung im Schnitt teurer als in den westdeutschen", stellen die Autoren der Studie zusammenfassend fest. Betroffen seien davon besonders Normalverdiener mit zwei Kindern. Sie zahlen der Modellrechnung zufolge im Durchschnitt rund 417 Euro mehr als eine vergleichbare Familie in den alten Bundesländern. Ein Grund sei die Beitragsfreiheit in Rheinland-Pfalz und anderen westdeutschen Groß städten. Im Vergleich zur ersten Datenerhebung 2007/08 stieg zudem die Zahl der Bundesländer, die das letzte Kindergartenjahr beitragsfrei oder zumindest kostengünstiger anbieten, von fünf auf neun.

Während die Datensammler mancherorts auf eine regelrechte Blockade-Haltung bei der Preisgabe der Elternbeiträge trafen, hoben sie die beiden Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern als einen "Lichtblick im Kindergarten-Gebühren-Dschungel" hervor.

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