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Mecklenburg-Vorpommern

18. November 2017 | 15:19 Uhr

Libanon von Flüchtlingen überfordert

vom

svz.de von
erstellt am 22.Nov.2013 | 09:36 Uhr

So geordnet wie in der Türkei ergeht es den Syrern nicht überall. So klagt das UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR, die Lage im Nachbarstaat Libanon werde immer verzweifelter. Inzwischen ist nach Schätzungen jeder Dritte im Libanon ein Syrer. Kein Land hat mehr Flüchtlinge aufgenommen. Die libanesische Regierung will keine weiteren Fluchtanreize liefern und lehnt deshalb die Einrichtung weiterer Flüchtlingslager ab.

Wie verzweifelt die Situation der syrischen Flüchtlinge im Libanon inzwischen ist, hat die Hilfsorganisation Oxfam herauszufinden versucht. Drei Monate lang befragten Forscher des „Beirut Research and Innovation Center“ verschiedene Flüchtlingsgruppen, insgesamt 1591 Menschen. Die Ergebnisse, die Oxfam gerade erst veröffentlichte, sind erschreckend: Viele syrische Flüchtlinge können nicht mehr aus eigener Kraft für ihren Lebensunterhalt aufkommen und geraten in eine Spirale aus Arbeitslosigkeit, Armut und Wohnungsnot. Die Kernaussagen der Studie:

Verlorene Generation: Nur etwa 25 Prozent der syrischen Flüchtlingskinder gehen im Libanon zum Unterricht. Die Flüchtlingsfamilien scheinen es sich nur leisten zu können, im Durchschnitt ein Kind zur Schule zu schicken. Die anderen Kinder müssen mithelfen, dass die Familie über die Runden kommt.

Wachsende Prekarität: Im Durchschnitt muss jede Flüchtlingsfamilie im Libanon im Monat 275 Dollar für Essen und 225 Dollar für Miete ausgeben. Das Land ist viel teurer als Syrien vor den Aufständen. Das bedeutet für die Flüchtlinge monatliche Fixkosten von etwa 500 Dollar nur fürs Allernötigste. Vom UNHCR erhalten sie monatlich nur etwa 90 Dollar.

Organverkauf: Laut Recherchen des Nachrichtenmagazins SPIEGEL sind nicht wenige Flüchtlinge so verzweifelt, dass sie ihre Organe verkaufen, um an etwas Geld zu kommen.

Rückkehrwille: Sobald in ihrer Heimat wieder Frieden herrscht, wollen die syrischen Flüchtlinge zurückkehren, heißt es im Bericht von Oxfam. Ausgerechnet diejenigen, die als erste bereits vor fast drei Jahren fliehen mussten, sind am hoffnungsvollsten, dass es jeden Moment so weit sein könnte. Ein Zehntel der Befragten geht allerdings davon aus, dass der Krieg in ihrer Heimat auch in fünf Jahren noch nicht vorbei sein wird.

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