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Das Land bietet hervorragende Arbeitsbedingungen : Leuchttürme nicht in jeder Stadt möglich

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Zur Halbzeit unserer Serie "Spitzenmedizin im Nordosten" stellten wir Sozialministerin Manuela Schwesig (SPD) einige Fragen zum Thema.

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erstellt am 12.Dez.2011 | 11:02 Uhr

Zur Halbzeit unserer Serie stellten wir Sozialministerin Manuela Schwesig (SPD) einige Fragen.

Welche Mediziner fallen Ihnen zuerst ein, wenn Sie an Spitzenmedizin in Mecklenburg-Vorpommern denken?

Schwesig: Ohne eine Klassifizierung vorzunehmen sind sicherlich die Kinderheilkunde und die Frauenmedizin am Südstadt-Klinikum in Rostock und das Ganimed-Projekt der Universitätsmedizin in Greifswald zu nennen. Aber auch die Tumor-Forschung in Schwerin hat einen ganz ausgezeichneten Ruf. Alle medizinischen Spitzenleistungen aus dem Land aufzuzählen ist aber sicher nicht in Kürze möglich.

Ist Spitzenmedizin etwas, von dem jeder im Land profitieren kann?

Selbstverständlich muss der Zugang für alle Patienten in Mecklenburg-Vorpommern gewährleistet sein.

Was tut das Land, um Spitzenmediziner im Land zu halten bzw. hierher zu locken?

Mecklenburg-Vorpommern bietet hervorragende Arbeitsbedingungen für Spitzenmediziner. Aber auch mit unseren sogenannten weichen Standortfaktoren sind wir im Bundesvergleich ganz vorn. Auch Medizinerinnen und Mediziner haben Kinder, für die wir in Mecklenburg-Vorpommern ganz hervorragende Betreuungsmöglichkeiten bieten. Und es ist einfach ein Land, in dem es sich wunderbar leben lässt.

Wartezeiten auf Arzttermine sind in vielen medizinischen Fachrichtungen zu lang, bei Ärzten mit besonders gutem Ruf wartet man besonders lange bzw. hat als gesetzlich Krankenversicherter gar keine Chance, behandelt zu werden. Wie lässt sich das ändern?

Ich bin schon lange gegen die Unterscheidung zwischen Privatpatienten und Versicherten in der gesetzlichen Krankenversicherung. Die Politik der Bundesregierung hat diese Zwei-Klassen-Medizin in den vergangenen Jahren aber noch eher befördert als abgebaut. Selbstverständlich müssen auch gesetzlich Versicherte zeitnah Termine bei Spezialisten bekommen.

Auffällig ist eine Konzentration hochklassiger Mediziner an den Universitätskliniken. Ist es realistisch, Spitzenmedizin auch in der Fläche zu erwarten, oder wird es weiter nur einige wenige Leuchttürme geben?

Spezialisierte Leistung kann naturgemäß nur an einzelnen Krankenhäusern angeboten werden, hier ist eine Konzentration der Leistungen unvermeidbar. Aber wenn ich mir das Klinikum Karlsburg anschaue, um nur einmal ein Beispiel zu nennen: Dort wird für ganz Vorpommern ein sehr spezielles und qualitativ hochwertiges Angebot abgedeckt. Solche Leuchttürme können in einem Flächenland nicht in jeder Stadt angeboten werden.

Spitzenmedizin ist das Eine - was die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern aber überwiegend brauchen, ist eine ausreichende medizinische Grundversorgung. Ist die auch in Zukunft gesichert?

Die medizinische Grundversorgung ist natürlich auch künftig gesichert. Was wir aber brauchen ist eine bessere Verzahnung stationärer und ambulanter Leistungen. Die Bundesregierung ist mit ihrem Versorgungsgesetz sicher einen Schritt in die richtige Richtung gegangen, aber eben nur einen Schritt. Geld allein wird nicht ausreichen, um auch künftig für junge Mediziner den Beruf des Landarztes attraktiv zu machen.

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