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Brodkorb greift ein : Letzter Versuch für Heimatverband

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Organisierte Heimatpflege im Land liegt am Boden

Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) hat einen letzten Versuch gestartet, der Heimat- und Traditionspflege in Mecklenburg-Vorpommern wieder zu einem eigenen Dachverband zu verhelfen. Weil die betroffenen Vereine und Institutionen offenbar selbst nicht im Stande sind, eine Spitzenorganisation ins Leben zu rufen, will Brodkorb diese Aufgabe am liebsten der Stiftung Mecklenburg übergeben. Der Vorschlag soll Ende Januar auf einem Treffen in Rostock diskutiert werden.

Der alte Landesheimatverband meldete vor drei Jahren Insolvenz an. Der Landesrechnungshof hatte moniert, dass Fördergelder zweckentfremdet wurden. Das Bildungsministerium forderte deshalb 185  000 Euro zurück, die der Verband aber nicht mehr hatte. 2013 starteten die Vereine und Institutionen den Versuch, einen neuen Landesverband zu gründen. Das Amtsgericht Schwerin erkannte die Neugründung nicht an. Sie war der alten Organisation zu ähnlich.

Seitdem liegt die organisierte Heimatpflege im Land am Boden. „Dies kann so nicht bleiben“, schrieb Brodkorb nun an die Heimat- und Traditionspfleger. Es sei Zeit, ihnen wieder „eine einflussreiche und schlagkräftige Dachorganisation an die Seite zu stellen“. Allein die Stiftung Mecklenburg wäre „bereit, sich landesweit zu engagieren“, heißt es in Brodkorbs Brief, der unserer Zeitung vorliegt. Die Stiftung koordiniert bereits die plattdeutschen Aktivitäten im Land, sie könnte dies auf die Heimatpflege insgesamt ausweiten. Der Vorsitzende des Stiftungsrats, Ex-Bildungsminister Henry Tesch, hatte im Dezember angedeutet, dass die Stiftung ihren Namen und damit auch die Tätigkeit auf Vorpommern ausweiten würde.

Die Stiftung Mecklenburg stieß lange Zeit auf Vorbehalte bei hiesigen Trachten-, Tanz- und Musikgruppen, bei Leitern der Heimatstuben oder plattdeutschen Vereinen. Sie wurde 1973 in Ratzeburg gegründet. Vertriebene und Flüchtlinge aus Mecklenburg wollten die Erinnerung an ihre Heimat wach halten. 2009 verlegte die Stiftung ihren Sitz nach Schwerin. Inzwischen könne keine Rede mehr davon sein, dass die Stiftung von „Wessis“ dominiert werde, so Brodkorb. Der Ehrenvorsitzende des Landesmuseumsverbandes Wolf Karges sagte zu Brodkorbs Vorschlag: „Ich fände es gut, wenn er funktioniert. Ich sehe keine Alternative.“

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