Mecklenburg-Vorpommern : Letzter Schultag vor den Sommerferien

Endlich große Ferien heißt es an diesem Freitag in Mecklenburg-Vorpommern. In den kommenden Wochen folgen dann nach und nach alle anderen 15 Bundesländer.

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19. Juni 2020, 08:57 Uhr

Als erstes der 16 deutschen Bundesländer geht Mecklenburg-Vorpommern am Freitag in die großen Ferien. Dabei steht das Land an der Ostseeküste jetzt mit seinen rund 1,6 Millionen Einwohnern als deutsches Urlaubsziel Nr. 1 für Familien im Blickpunkt der gesamten Urlaubsbranche wegen des Umgangs mit den weiter bestehenden Corona-Beschränkungen.

Große Unsicherheiten prägen Urlaub 2020

Auch in Mecklenburg-Vorpommern gelten weiter Abstandsregeln. Der Geschäftsführer des Landestourismusverbands, Tobias Woitendorf, rechnete damit, dass im Sommer insgesamt rund vier Millionen Menschen nach MV kommen.

Nach Einschätzung von Experten ist der Urlaub 2020 generell noch von großen Unsicherheiten geprägt. Die Bundesregierung hatte erst zum vergangenen Montag die Reisewarnungen für 28 europäische Länder aufgehoben. Für mehr als 160 Staaten außerhalb der EU gilt eine zeitnahe Aufhebung der Warnung als unwahrscheinlich.

Dabei hat sich die Stimmung in der Tourismusbranche Mecklenburg-Vorpommerns über die wirtschaftliche Stimmung etwas gebessert. Dies sei dem Wegfall der wegen der Corona-Pandemie auferlegten 60-prozentigen Belegungsgrenze am vergangenen Montag geschuldet, sagte Woitendorf nach Auswertung einer verbandsinternen Umfrage unter 600 Betrieben. Das sei vor einigen Wochen so nicht erwartet worden.

25 Prozent der Betriebe weiterhin gefährdet

Die Branche sei aber noch weit davon entfernt, mit der Lage zufrieden sein zu können. Denn mit Blick auf Herbst und Winter sei nicht klar, ob die Erlöse ausreichten, um nach den drei Monaten Totalausfall im Frühjahr das nächste Jahr zu erreichen. Weiterhin sehen sich 25 Prozent der Betriebe weiter als gefährdet oder akut gefährdet an.

Gleichzeitig erwarteten die Unternehmen eine Bettenauslastung, die im Juli und August an die Grenze des Möglichen gehen werde. Die Gäste müssten mit einer Preissteigerung von unter zehn Prozent im Vergleich zu 2019 rechnen, sagte Woitendorf. Damit sich das Blatt zum Guten wende, müssten die Bedingungen weiter verbessert werden. Zum Erfolg gehöre auch das touristische Umfeld mit Kultur, Freizeit- und Erlebnisparks, Museen und Sportveranstaltungen.

Ordnungsämter sollen für Einhaltung der Vorschriften sorgen

In Mecklenburg-Vorpommern ist beispielsweise noch der Zugang für Tagestouristen ohne Nachweis einer Reservierung in einem Hotel, Ferienwohnung oder Campingplatz verboten. Das könnte für die Menschen aus den Länder wichtig sein, in denen in den kommenden Wochen die Ferien beginnen. Als nächstes sind Brandenburg sowie Berlin und Hamburg am 25. Juni dran.

Dies aber sind gerade die Länder, deren Bewohner für Tagesausflüge in den Nordosten in Frage kommen. Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) hatte zwar gesagt, dass das Land keine „Schlagbaumpolitik“ betreiben werde. Aber trotzdem seien die Ordnungsämter aufgerufen, notfalls mit Unterstützung der Polizei für die Einhaltung der Vorschriften zu sorgen.

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