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Gebührenexplosion in Dömitz : Letzte Ruhestätte erzürnt Angehörige

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Im Jubiläumsjahr werden die Gebühren für unsere Gräber hochgejubelt. Ein pauschaler Vorwurf an Bürgermeisterin Renate Vollbrecht und die Stadtvertreter, mit dem sich Einwohner so ärgerlich Luft verschaffen.

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erstellt am 16.Mär.2012 | 11:39 Uhr

Dömitz | Im Jubiläumsjahr werden die Gebühren für unsere Gräber hochgejubelt. Ein pauschaler Vorwurf an Bürgermeisterin Renate Vollbrecht und die Stadtvertreter, mit dem sich Einwohner so und auch mit anderen Formulierungen ärgerlich Luft verschaffen. Die Satzungsänderung der Stadt Dömitz über die Ordnung auf den Friedhöfen der Stadt, in Rüterberg, Heidhof und Polz hat bis in die Einwohnerschaft durchgeschlagen. Ein Schlag gegen den bürgerlichen Geldbeutel, so empfinden es insbesondere ältere Einwohner in der Stadt und auf den Dörfern. Die Beitragsspirale ist in einigen Fällen bis zu schwindelerregenden Spitzenwerten von deutlich über 400 Prozent in die Höhe geschossen.

Von einer Riesenschweinerei spricht Angela Leist aus Klein Schmölen. Sie empört sich an den teilweise drastischen Kostensteigerungen. Als Beispiele führt sie an, dass ein anonymes Erdreihengrab mit Pflege in der alten Verordnung aus dem Jahr 2011 lediglich 1484 Euro einmalig für einen Zeitraum von 25 Jahren gekostet habe. Nach den nun geltenden Statuten werden 4858 Euro fällig - eine Steigerung um 327 Prozent. Der Spitzenreiter: Ein anonymes Urnenreihengrab mit Pflege über die Dauer von 20 Jahren kostete einmalig 216 Euro, jetzt 931 Euro. Das seien stolze 431 Prozent, kritisiert Angela Leist. Ein Wahlgrab mit Pflege über den Zeitraum von 30 Jahre schlägt hingegen "nur" mit 1384 Euro zu Buche. Soll es hingegen 25 Jahre gepflegt werden, sind 1872 Euro zu zahlen. "Das sind Beträge, die von der Masse der Bevölkerung nicht mehr zu leisten sind. Es wird so kommen, dass sich Angehörige von Verstorbenen wohl nach einer bezahlbaren Gruft umsehen müssen, die sich dann sicher nicht an dem Wohnort des Verstorbenen befinden wird", meint Angela Leist mit Blick auf die stetig steigenden kommunalen Abgaben. Die Frau verbindet diese Satzungsänderung mit "Geldsaugen von steuerpflichtigen Bürgern".

Das sieht Bürgermeisterin Renate Vollbrecht komplett anders. Das Stadtoberhaupt verweist auf eine Beratungsphase von über zwei Jahren, zu dessen Sitzungen die Öffentlichkeit stets eingeladen gewesen war. "Wir wurden einst in den Medien sogar als Ort mit den günstigsten Friedhofsgebühren bekannt", so Vollbrecht. Der ernste Hintergrund ist jedoch, dass der finanzielle Spielraum der Stadt immer weiter schrumpft. Damit müssen alle Ausgaben immer wieder und in kürzeren Abständen auf den Prüfstand. Und nach der jüngsten Erhebung handelt es sich eben nicht um Abzocke, sondern, um reale Kosten, die den Friedhofsbetrieb sichern.

Zuständig in der Amtsverwaltung ist Ronny Schult, der das Zahlenwerk rechnete. Der immense Kostensprung hat mehrere Ursachen, so seine Argumentation. Zum einen, ist es die Verwaltung aller Friedhöfe im städtischen Bereich unter einer Verantwortung - da müssen Kosten umgelegt werden. Dann, pflegt ein hauptamtlicher Mitarbeiter den Dömitzer Stadtfriedhof, zusätzlich entstehen anteilig noch weitere Ausgaben durch Arbeiten des Bauhofes. Auch die Nutzung der Friedhofskapelle sei ein nicht weg zu drückender Kostenfaktor. Es ist eine bittere Wahrheit, dass die Verwaltung und Pflege der Friedhöfe niemals eine kostendeckende Aufgabe der Kommune sein wird. Dazu gehört auch, dass es Eckdaten in der Erhebung gibt, die in der Öffentlichkeit die Pietät berühren, so nicht ausgesprochen aber in der Kostenerhebung für eine Aktualisierung gerechnet werden müssen. Sicherlich, räumt Schult ein, fallen die neuen Zahlen in der Steigerung auf. Jedoch dürfen die finanziellen Mittel für diese Aufgabe der Stadtverwaltung Dömitz nicht ausufern. Diese Pflichtaufgabe besteht in den Gemeinden im Amtsbereich Dömitz-Malliß nicht überall. Anderenorts gibt es auch kirchliche Friedhöfe oder die Kombination Kirche oder/und Kommune.


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