Inklusion : Lernen mit Handicap: Note Vier für MV

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Bertelsmann Stiftung bescheinigt positiven Trend

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04. September 2015, 08:00 Uhr

Noch nie wurden so viele Kinder mit und ohne Förderbedarf in MV zusammen unterrichtet wie im letzten Schuljahr. 37,2 Prozent aller Kinder mit Förderbedarf besuchen eine Regelschule. Zehn Jahre zuvor waren es kaum mehr als sechs Prozent. Gleichzeitig ist der Schüleranteil an Förderschulen deutlich gesunken. Das geht aus einer Studie der Bertelsmann-Stiftung hervor, die gestern vorgelegt wurde.

Bei vielen Kriterien liegt MV inzwischen über dem Bundesdurchschnitt. Dennoch ist die Bildungssituation für Kinder und Jugendliche mit Handicap weiter unbefriedigend, urteilt die Bertelsmann-Stiftung. Denn: Je höher die Bildungsstufe, desto geringer die Chancen auf Inklusion. Während in den Kitas 88,8 Prozent der Kinder mit Handicap mit anderen Gleichaltrigen zusammen spielen und lernen (Bund 67 Prozent) und an Grundschulen 52,4 Prozent der Förderschüler gemeinsam mit anderen unterrichtet werden, lernen in der Sekundarstufe noch 39,6 Prozent der Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf an einer Regelschule.

Ina Döttinger von der Bertelsmann-Stiftung, die an der Studie mitgearbeitet hat: „Es kommt langsam Bewegung ins gemeinsame Lernen. Aber nach wie vor lernen in MV vergleichsweise viele Schüler mit Förderbedarf an Förderschulen – 6,8 Prozent.“

Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD): „Es gibt eine Reihe von Maßnahmen, die wir umgesetzt haben, wie Fort- und Weiterbildung, Heraufsetzung der Stundenausstattung, Vereinheitlichung der Diagnostik usw. Der ganz große Wurf ist noch nicht da. Ich hätte mir auch gewünscht, dass wir da schneller sind. Aber wir haben uns ja für einen parteiübergreifenden Konsens ausgesprochen. Das braucht Zeit. Mein Ziel ist es, in diesem Jahr noch ein Konzept vorzulegen.“ Seite 2: Bildung für alle?

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